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Rechtsform für den Onlineshop wählen: Kriterien

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Kurz gesagt

Welche Rechtsform passt, entscheiden Haftung und Kapitalbedarf. Wer persönlich haften kann, startet mit dem Einzelunternehmen und ohne Mindestkapital. Wer die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzen will, kann unter den hier verglichenen Rechtsformen eine Kapitalgesellschaft wählen: in Deutschland die GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital oder eine UG, in Österreich die GmbH mit 10.000 Euro, in der Schweiz die GmbH mit 20.000 Franken oder die AG mit 100.000 Franken.

Das Wichtigste

  • Einzelunternehmen: Der Inhaber haftet persönlich; in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine eigene Rechtspersönlichkeit.
  • Kapitalgesellschaften begrenzen die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen (§ 13 Abs. 2 GmbHG Deutschland, § 61 Abs. 2 GmbHG Österreich, Art. 620 und 772 OR Schweiz).
  • Stammkapital: Deutschland 25.000 Euro, Österreich 10.000 Euro seit 1. Januar 2024, Schweiz 20.000 Franken, Aktiengesellschaft 100.000 Franken.
  • Körperschaftsteuer der Kapitalgesellschaft: Deutschland 15 Prozent bis 2027, Österreich 23 Prozent, Schweiz 8,5 Prozent beim Bund.
  • Buchführung nach Rechtsform: Kapitalgesellschaften führen ohne Umsatzschwelle Bücher. In Deutschland sind Einzelkaufleute befreit, solange sie an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als jeweils 800.000 Euro Umsatzerlöse und 80.000 Euro Jahresüberschuss ausweisen (§ 241a Satz 1 HGB; bei Neugründung genügt der erste Abschlussstichtag, § 241a Satz 2 HGB); in Österreich greift die Pflicht ab mehr als 700.000 Euro Umsatzerlösen je einheitlichem Betrieb, die Rechtsfolge nach § 189 Abs. 2 UGB aber erst ab dem zweitfolgenden Geschäftsjahr, wenn der Wert in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren überschritten wird, und schon ab dem folgenden Geschäftsjahr bei Überschreitung um mindestens 300.000 Euro; in der Schweiz greift sie ab 500.000 Franken Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr, und darunter ist über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage Buch zu führen (Art. 957 Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 Z 1 OR).
  • Handelsregister Deutschland: 225 Euro für GmbH und UG, 105 Euro für Einzelkaufleute (HRegGebV).

Vier Entscheidungen hängen an der Rechtsform: wer für die Schulden des Shops einsteht, wie viel Kapital vor dem Start nötig ist, wer Steuersubjekt ist und ob Sie Bücher führen. Über die Umsatzsteuer entscheidet sie nicht; ob Sie Kleinunternehmer sind, hängt an Ihren Umsätzen. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine deutsche Rechtsform nach § 5a GmbHG; Österreich und die Schweiz kennen dafür die GmbH und die Aktiengesellschaft.

Diese Kriterien zählen

Prüfen Sie die vier Kriterien in dieser Reihenfolge: Haftung, Kapital und Gründung, Steuern, Buchführung. Die Haftung entscheidet über Ihr Privatvermögen, das Kapital über den Start, die Buchführung bindet Sie jedes Jahr.

Kriterium Ihre Frage Wie Sie prüfen Norm, die die Antwort enthält
Haftung Mit welchem Vermögen haften Sie für Geschäftsschulden? Haftungsnorm Ihrer Rechtsform lesen § 13 Abs. 2 GmbHG (Deutschland), § 61 Abs. 2 GmbHG (Österreich), Art. 620 und 772 OR (Schweiz)
Gründung und Kapital Welcher Betrag ist vor der Anmeldung fällig? Betrag plus Notar- und Registergebühr rechnen §§ 2, 5, 5a und 7 GmbHG (Deutschland), §§ 4, 6 und 10 GmbHG (Österreich), Art. 621, 632, 773 und 777c OR (Schweiz)
Steuern Wer ist Steuersubjekt? Prüfen, ob Sie oder die Gesellschaft versteuert wird §§ 15, 20 und 32a EStG, §§ 1 und 23 KStG (Deutschland); §§ 4, 27 und 27a EStG 1988, § 22 KStG 1988 (Österreich); Art. 3, 49 und 68 DBG (Schweiz)
Buchführung Müssen Sie Bücher führen und abschließen? Erwarteten Umsatz mit der Schwelle vergleichen § 241a HGB und § 141 AO (Deutschland), § 189 UGB (Österreich), Art. 957 OR (Schweiz)

Haftung, Kapital, Steuern und Buchführung nach Land

Deutschland

Angabe (Deutschland) Einzelunternehmen GmbH UG (haftungsbeschränkt)
Haftung Schuldner ist der Inhaber; § 13 Abs. 2 GmbHG gilt für ihn nicht. Nur das Gesellschaftsvermögen (§ 13 Abs. 2 GmbHG). Wie die GmbH.
Gründung und Kapital Kein Mindestkapital; Anzeige nach § 14 Abs. 1 GewO; Handelsregister nur bei kaufmännisch eingerichtetem Betrieb (§ 1 Abs. 2 HGB), sonst freiwillig (§ 2 HGB). Notarielle Beurkundung (§ 2 Abs. 1 GmbHG); 25.000 Euro Stammkapital. Bei einer Bargründung muss vor der Anmeldung die Hälfte des Mindeststammkapitals, also 12.500 Euro, eingezahlt sein; bei einer Sachgründung erreichen die eingezahlten Geldeinlagen zusammen mit dem Gesamtnennbetrag der Sacheinlage-Anteile diesen Betrag, und die Sacheinlagen sind vor der Anmeldung zu bewirken (§§ 5 Abs. 1, 7 Abs. 2 und 3 GmbHG); Registergebühr 225 Euro, mit mindestens einer Sacheinlage 360 Euro (Nr. 2100 und 2101 HRegGebV, seit 1. Juni 2025). Unter 25.000 Euro, vor der Anmeldung voll einzuzahlen, keine Sacheinlagen (§ 5a Abs. 2 GmbHG); Rücklage von einem Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses (§ 5a Abs. 3).
Steuern Einkommensteuer nach dem Tarif des § 32a EStG auf Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 Abs. 1 EStG); Gewerbesteuer mit einem Freibetrag von 24.500 Euro (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG). Körperschaftsteuer 15 Prozent für Veranlagungszeiträume bis 2027 (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 KStG; nach Nr. 2 bis 6 sinkt der Satz ab 2028 stufenweise auf 10 Prozent ab 2032), dazu Solidaritätszuschlag (§ 4 SolzG 1995) und Gewerbesteuer, weil ihre Tätigkeit stets als Gewerbebetrieb gilt (§ 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG). Wie die GmbH.
Buchführung Als Einzelkaufmann von den §§ 238 bis 241 HGB befreit, solange zwei Abschlussstichtage in Folge nicht mehr als jeweils 800.000 Euro Umsatzerlöse und jeweils 80.000 Euro Jahresüberschuss ausweisen; bei Neugründung genügt der erste Abschlussstichtag (§ 241a Satz 1 und 2 HGB, Werte seit 28. März 2024, BGBl. 2024 I Nr. 108). Steuerlich ist ein gewerblicher Unternehmer dagegen schon buchführungspflichtig, wenn er mehr als 800.000 Euro Gesamtumsatz im Kalenderjahr oder mehr als 80.000 Euro Gewinn im Wirtschaftsjahr gehabt hat; die Pflicht ist vom Beginn des Wirtschaftsjahrs zu erfüllen, das auf die Bekanntgabe der Mitteilung der Finanzbehörde folgt (§ 141 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 4, Abs. 2 AO). Bücher und Jahresabschluss ohne Umsatzschwelle (§§ 238 Abs. 1, 242 HGB); zusätzlich ein Anhang (§ 264 Abs. 1 Satz 1 HGB). Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1 HGB) brauchen keinen Lagebericht, Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a HGB) können unter den Voraussetzungen des § 264 Abs. 1 Satz 5 auf den Anhang verzichten. Wie die GmbH.

Gewinnanteile sind beim Gesellschafter Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG); ob der Satz von 25 Prozent gilt (§ 32d Abs. 1 EStG), hängt von seinen Verhältnissen ab. Anmeldung: Gewerbe anmelden in Deutschland.

Österreich

Angabe (Österreich) Einzelunternehmen GmbH
Haftung Schuldner ist der Inhaber; § 61 Abs. 2 GmbHG gilt für ihn nicht. Nur das Gesellschaftsvermögen (§ 61 Abs. 2 GmbHG); wer vor der Eintragung im Namen der Gesellschaft handelt, haftet persönlich (§ 2 Abs. 1 GmbHG).
Gründung und Kapital Kein Mindestkapital; Firmenbuch nur bei Rechnungslegungspflicht (§ 8 Abs. 1 UGB), sonst freiwillig. Notariatsakt für den Gesellschaftsvertrag (§ 4 Abs. 3 GmbHG); bei der vereinfachten Einpersonengründung tritt an seine Stelle die elektronische Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft (§ 9a Abs. 1 und 4 GmbHG). 10.000 Euro Stammkapital; bei einer Bargründung müssen vor der Anmeldung insgesamt mindestens 5.000 Euro bar eingezahlt sein und auf jede bar zu leistende Stammeinlage mindestens ein Viertel, mindestens 70 Euro; sind die bar zu leistenden Einlagen nach § 6a Abs. 2 bis 4 niedriger, sind sie bar voll einzuzahlen, Sacheinlagen sind sofort im vollen Umfang zu bewirken (§§ 6 Abs. 1 und 6a, 10 Abs. 1 GmbHG).
Steuern Einkommensteuer nach dem Tarif des EStG 1988; den Gewinn darf der Steuerpflichtige als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen, wenn keine gesetzliche Verpflichtung zur Buchführung besteht und er Bücher auch nicht freiwillig führt (§ 4 Abs. 3 EStG 1988). Körperschaftsteuer 23 Prozent ab 2024 (§ 22 Abs. 1 KStG 1988). Für jedes volle Kalendervierteljahr ist eine Mindeststeuer von 5 Prozent eines Viertels des Mindeststammkapitals zu entrichten, bei 10.000 Euro also 125 Euro; sie ist keine zusätzliche Steuer, sondern wird, soweit sie die tatsächliche Körperschaftsteuerschuld übersteigt, wie eine Vorauszahlung angerechnet (§ 24 Abs. 4 Z 1 und 4 KStG 1988). Ausschüttungen mit 27,5 Prozent (§ 27 Abs. 2 Z 1 lit. a, § 27a Abs. 1 Z 2 EStG 1988).
Buchführung Erst ab mehr als 700.000 Euro Umsatzerlösen je einheitlichem Betrieb; die Pflicht tritt ab dem zweitfolgenden Geschäftsjahr ein, wenn der Wert in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren überschritten wird, und schon ab dem folgenden Geschäftsjahr, wenn er um mindestens 300.000 Euro überschritten wird (§ 189 Abs. 1 Z 3 und Abs. 2 UGB, Schwellenwert in dieser Höhe seit 1. Januar 2010). Ohne Umsatzschwelle (§ 189 Abs. 1 Z 1 UGB).

Die Anmeldung behandelt Gewerbe anmelden in Österreich.

Schweiz

Angabe (Schweiz) Einzelunternehmen GmbH Aktiengesellschaft
Haftung Träger ist die natürliche Person, die das Unternehmen betreibt (Art. 931 Abs. 1 OR). Nur das Gesellschaftsvermögen (Art. 772 Abs. 1 OR). Nur das Gesellschaftsvermögen (Art. 620 Abs. 1 OR).
Gründung und Kapital Kein Mindestkapital; Handelsregister ab 100.000 Franken Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr, darunter freiwillig (Art. 931 Abs. 1 und 3 OR). Öffentliche Urkunde (Art. 777 Abs. 1 OR); 20.000 Franken Stammkapital, bei der Gründung vollständig zu leisten (Art. 773 Abs. 1, Art. 777c Abs. 1 OR). Öffentliche Urkunde (Art. 629 Abs. 1 OR); 100.000 Franken Aktienkapital, bei der Errichtung mindestens 20 Prozent je Aktie und insgesamt 50.000 Franken (Art. 621 Abs. 1, Art. 632 OR).
Steuern Die natürliche Person ist steuerpflichtig (Art. 3 Abs. 1 DBG); der Geschäftsgewinn ist Teil ihres Einkommens. Als juristische Person selbst steuerpflichtig (Art. 49 Abs. 1 lit. a DBG); Gewinnsteuer des Bundes 8,5 Prozent (Art. 68 DBG). Wie die GmbH.
Buchführung Ab 500.000 Franken Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr Bücher und Rechnungslegung (Art. 957 Abs. 1 Z 1 OR, in dieser Fassung seit 1. Januar 2013); darunter nur über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage (Art. 957 Abs. 2 Z 1 OR). Ohne Umsatzschwelle (Art. 957 Abs. 1 Z 2 OR). Wie die GmbH.

Dividenden und Gewinnanteile sind beim Gesellschafter zusätzlich steuerbar (Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG). Für den Shop kommt die MWST-Registrierung hinzu: UID und MWST-Registrierung in der Schweiz.

Was die Gründung in Deutschland kostet

Die folgenden Beträge sind gesetzliche Gebühren und die Einzahlung auf das Stammkapital. Als Beispiel dient die vereinfachte Bargründung einer GmbH mit dem Mindeststammkapital von 25.000 Euro, einem Gesellschafter und einem Geschäftsführer nach § 2 Abs. 1a GmbHG; die Registergebühren gelten unabhängig von der Höhe des Stammkapitals. Mit dem Musterprotokoll der Anlage 1 zu § 2 Abs. 1a GmbHG beurkundet der Notar Gesellschaftsvertrag und Geschäftsführerbestellung in einer Urkunde, die zugleich als Gesellschafterliste gilt (§ 2 Abs. 1a Satz 4 GmbHG).

Posten Betrag
Stammkapital der GmbH, davon in der Bargründung vor der Anmeldung einzuzahlen (§ 7 Abs. 2 GmbHG) 25.000,00 Euro, davon 12.500,00 Euro
Eintragung der GmbH ins Handelsregister (Nr. 2100 HRegGebV, seit 1. Juni 2025) 225,00 Euro
Eintragung mit mindestens einer Sacheinlage (Nr. 2101 HRegGebV) 360,00 Euro
Eintragung eines Einzelkaufmanns ins Handelsregister (Nr. 1100 HRegGebV) 105,00 Euro
Wertgebühr der Tabelle B bei einem Geschäftswert von 25.000 Euro 115,00 Euro (§ 34 GNotKG, Anlage 2 GNotKG)

Die Notargebühren ergeben sich aus dem Geschäftswert und den einzelnen Gebührentatbeständen der Anlage 1 GNotKG. Beurkundung, Anmeldung und Vollzug werden getrennt abgerechnet; für die Beurkundung einer Anmeldung zum Handelsregister sieht etwa Nummer 21201 Nummer 5 eine Gebühr von 0,5 vor. Der Mindestgeschäftswert von 30.000 Euro, der sonst für die Beurkundung von Gesellschaftsverträgen gilt, ist bei der Gründung mit dem Musterprotokoll nicht anzuwenden (§ 107 Abs. 1 Satz 1 und 2 in Verbindung mit § 105 Abs. 6 Nr. 1 GNotKG). Welche Gebühren und Auslagen im Einzelfall anfallen, weist die Notarkostenrechnung aus; auf die Notargebühren kommt die Umsatzsteuer hinzu (Nr. 32014 der Anlage 1 GNotKG). Ohne Musterprotokoll kann der Notar weitere Beurkundungen und Entwürfe abrechnen, die diese Übersicht nicht erfasst. Das Stammkapital ist keine Gebühr, sondern Ihr Geld: Bei einer Bargründung müssen vor der Anmeldung 12.500 Euro eingezahlt sein (§ 7 Abs. 2 GmbHG); bei einer Sachgründung erreichen die eingezahlten Geldeinlagen zusammen mit dem Gesamtnennbetrag der Sacheinlage-Anteile die Hälfte des Mindeststammkapitals, und die Sacheinlagen sind vor der Anmeldung so zu bewirken, dass sie den Geschäftsführern endgültig zur freien Verfügung stehen (§ 7 Abs. 2 und 3 GmbHG).

Vier Punkte, die vor der Wahl zu prüfen sind

  1. Österreich: 10.000 Euro, nicht 35.000. Seit 1. Januar 2024 beträgt das Mindeststammkapital 10.000 Euro, davon bei einer Bargründung vor der Anmeldung mindestens 5.000 Euro bar, vorbehaltlich der niedrigeren Bareinlagen nach § 6a Abs. 2 bis 4 (§§ 6 Abs. 1 und 6a, 10 Abs. 1 GmbHG in der Fassung des Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetzes 2023, BGBl. I Nr. 179/2023). Die frühere Gründungsprivilegierung nach § 10b GmbHG trat mit Ablauf des 31. Dezember 2023 außer Kraft.
  2. Die UG ist keine billigere GmbH. Sie zahlt das Stammkapital vor der Anmeldung voll ein, darf keine Sacheinlagen verwenden (§ 5a Abs. 2 GmbHG) und stellt ein Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses in die Rücklage (§ 5a Abs. 3 GmbHG); die Registergebühr ist mit 225 Euro dieselbe (Nr. 2100 HRegGebV).
  3. Die Rechtsform ist keine Steuerklasse. Kleinunternehmer sind Sie bei der Umsatzsteuer nach § 19 UStG und nach § 6 Abs. 1 Z 27 UStG 1994, unabhängig von der Rechtsform (Deutschland, Österreich).
  4. In der Schweiz ist auch das Einzelunternehmen registerpflichtig. Ab 100.000 Franken Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr muss der Inhaber es ins Handelsregister eintragen lassen (Art. 931 Abs. 1 OR).

Welche Kriterien für welchen Betrieb zählen

Die Zuordnung ist unsere Einschätzung, keine Rechtsfolge; die Normen stehen in den Tabellen oben.

Ausgangslage Was am stärksten wiegt Warum
Erster Shop mit wenig Kapital Gründungsaufwand und Buchführung Das Einzelunternehmen verlangt kein Mindestkapital; die umfassende Buchführung mit Rechnungslegung beginnt erst an der Buchführungsschwelle des Landes. Darunter bleibt eine einfachere Aufzeichnung: in Österreich der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben, solange keine gesetzliche Buchführungspflicht besteht und keine Bücher freiwillig geführt werden (§ 4 Abs. 3 EStG 1988), in der Schweiz über Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage (Art. 957 Abs. 2 Z 1 OR); in Deutschland macht dagegen ein Betrieb, dessen Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert, seinen Inhaber nach § 1 Abs. 2 HGB zum Kaufmann und damit buchführungspflichtig, doch braucht ein Einzelkaufmann die §§ 238 bis 241 HGB nach § 241a Satz 1 HGB nicht anzuwenden, solange er an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als jeweils 800.000 Euro Umsatzerlöse und jeweils 80.000 Euro Jahresüberschuss aufweist; bei Neugründung genügt der erste Abschlussstichtag (§ 241a Satz 2 HGB). Die weiteren Länderbedingungen stehen in den Buchführungszeilen oben.
Waren mit Rückruf- oder Lagerrisiko Haftung Ein Fehler in der Lieferung trifft bei unbeschränkter Haftung auch Ihr Privatvermögen.
Wachstum mit Fremdkapital oder Beteiligten Haftung und Rechnungslegung Beteiligungsgeber erwerben Anteile; ein Darlehen verpflichtet dagegen zur Rückzahlung und zur Zinszahlung, ohne Anteile vorauszusetzen (§ 488 Abs. 1 BGB). Ob ein Kapitalgeber einen Abschluss oder Sicherheiten verlangt, ist eine Bedingung des jeweiligen Finanzierungsangebots, die Sie prüfen; eine Kapitalgesellschaft führt Bücher ab dem ersten Jahr.
Shop mit Angestellten und mehreren Inhabern Steuern und Rechnungslegung Die Kapitalgesellschaft ist selbst Steuersubjekt, und Anteile lassen sich übertragen.

So gehen Sie vor

  1. Notieren Sie, wofür der Shop haften kann: verlorene Sendungen, Produktmängel, Vertragsstrafen aus Lieferanten- und Lagerverträgen.
  2. Stellen Sie den Betrag, den Ihre Wunschrechtsform vor der Anmeldung verlangt, Ihrem Kapital gegenüber: bei einer Bargründung in Deutschland 12.500 Euro bei der GmbH, in Österreich 5.000 Euro, in der Schweiz 20.000 Franken bei der GmbH oder 50.000 Franken bei der Aktiengesellschaft.
  3. Schätzen Sie, ob Sie die Buchführungsschwelle Ihres Landes in den nächsten zwei Geschäftsjahren überschreiten (Buchhaltung im Onlineshop).
  4. Lassen Sie beide Steuerstufen durchrechnen: Entnahme beim Einzelunternehmen gegen Ausschüttung bei der Kapitalgesellschaft (Gewerbesteuer für Onlinehändler).
  5. Holen Sie die Gründungskosten bei Notar und Registergericht ein, mit dem geplanten Kapital und der Zahl der Gesellschafter.
  6. Prüfen Sie, ob Ihr Plan die höheren Fixkosten der Kapitalgesellschaft trägt (Break-even berechnen).

Häufige Fragen

Kann ich als Einzelunternehmer die Haftung begrenzen?

Nicht durch eine Formulierung im Shop. Auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt ist die Haftung nur bei einer Rechtsform mit eigener Rechtspersönlichkeit, etwa in Deutschland bei GmbH oder UG (§ 13 Abs. 2 GmbHG), in Österreich bei der GmbH (§ 61 Abs. 2 GmbHG), in der Schweiz bei der GmbH oder der Aktiengesellschaft (Art. 772 Abs. 1, Art. 620 Abs. 1 OR). Ob ein Wechsel sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrer Rechts- und Steuerberatung.

Gibt es die UG (haftungsbeschränkt) auch in Österreich und in der Schweiz?

Die UG (haftungsbeschränkt) regelt § 5a GmbHG, ein deutsches Gesetz. In Österreich führt die GmbH nach § 6 GmbHG zum Ziel, in der Schweiz die GmbH nach Art. 772 OR oder die Aktiengesellschaft nach Art. 620 OR.

Muss ich als Einzelunternehmer ins Handelsregister?

In Deutschland nur, wenn Ihr Betrieb nach Art und Umfang einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 Abs. 2 HGB); kleineren Gewerben steht die Eintragung frei (§ 2 HGB). In Österreich ist sie Pflicht, wenn Sie nach § 189 UGB rechnungslegungspflichtig sind, sonst freiwillig (§ 8 Abs. 1 UGB). In der Schweiz ist sie ab 100.000 Franken Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr Pflicht (Art. 931 Abs. 1 OR). Die Gewerbeanzeige bei der Gemeinde ist davon getrennt (§ 14 Abs. 1 GewO).

Zahlt eine GmbH weniger Steuern als ein Einzelunternehmen?

Das lässt sich nicht am Satz allein ablesen. Die Kapitalgesellschaft ist selbst Steuersubjekt: in Deutschland mit 15 Prozent Körperschaftsteuer bis 2027 (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 KStG), in Österreich mit 23 Prozent (§ 22 Abs. 1 KStG 1988), in der Schweiz mit 8,5 Prozent Bundessteuer (Art. 68 DBG). Beim Gesellschafter kommt die Steuer auf die Ausschüttung hinzu, in Deutschland nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG, in Österreich nach § 27 Abs. 2 Z 1 lit. a EStG 1988, in der Schweiz nach Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG. Rechnen Sie beide Stufen durch.

Quellen

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  3. Handelsgesetzbuch (HGB), § 1 Abs. 2 Handelsgewerbe, § 2 Freiwillige Eintragung, § 241a Befreiung von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars (Satz 1 und 2)Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
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  7. Wachstumschancengesetz vom 27. März 2024, BGBl. 2024 I Nr. 108 (Artikel 29: § 241a Satz 1 HGB; Artikel 30: Art. 92 HGBEG; § 141 Abs. 1 Satz 1 AO)Bundesministerium der Justiz, Bundesgesetzblatt · abgerufen am
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  20. Einkommensteuergesetz 1988 (EStG 1988), § 4 Gewinn: Abs. 3 „Überschuß der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben“ (nur wenn keine gesetzliche Verpflichtung zur Buchführung besteht und Bücher auch nicht freiwillig geführt werden), Fassung vom 15. Oktober 2026; zum Vergleich die Fassung vom 1. August 1988RIS, Rechtsinformationssystem des Bundes · abgerufen am
  21. Umsatzsteuergesetz 1994 (UStG 1994), § 6 Abs. 1 Z 27 Kleinunternehmergrenze 55.000 Euro, Fassung vom 14. Oktober 2026RIS, Rechtsinformationssystem des Bundes · abgerufen am
  22. Obligationenrecht (OR), Art. 620, 621, 629, 632, 772, 773, 777, 777c, 779, 931 und 957, SR 220, Stand am 1. Oktober 2026Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex · abgerufen am
  23. Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), Art. 3, 20, 49 und 68, SR 642.11, Stand am 2. September 2026Schweizerische Eidgenossenschaft, Fedlex · abgerufen am