Break-even im Onlineshop berechnen: Bestellungen und Marge
Kurz gesagt
Der Break-even in Bestellungen pro Monat ist die Fixkosten pro Monat geteilt durch den Deckungsbeitrag je Bestellung, sofern dieser positiv und je Bestellung konstant ist. Der Deckungsbeitrag je Bestellung ist der Nettoverkaufspreis minus den variablen Kosten je Bestellung – Wareneinsatz, Zahlungsgebühren, Versandkosten, Werbekosten und Retourenkosten. Ist der Deckungsbeitrag null oder negativ, deckt keine Bestellzahl die Fixkosten; im Beispiel mit 2.700 Euro Fixkosten und 15 Euro Deckungsbeitrag je Bestellung sind es 180 Bestellungen pro Monat.
Das Wichtigste
- Break-even in Bestellungen pro Monat = Fixkosten pro Monat ÷ Deckungsbeitrag je Bestellung, sofern der Deckungsbeitrag positiv und je Bestellung konstant ist.
- Deckungsbeitrag je Bestellung = Nettoverkaufspreis minus variable Kosten je Bestellung (Wareneinsatz, Zahlungs-, Versand-, Werbe- und Retourenkosten).
- Ist der Deckungsbeitrag null oder negativ, deckt keine Bestellzahl die Fixkosten.
- Im Beispiel: 2.700 Euro Fixkosten, 15 Euro Deckungsbeitrag je Bestellung, Break-even 180 Bestellungen pro Monat.
- Steigen die Werbekosten je Bestellung, steigt der Break-even; sinken sie, sinkt der Break-even.
- Alle Zahlen sind erfundene Beispielwerte; setzen Sie Ihre eigenen Werte ein.
Der Break-even zeigt, wie viele Bestellungen Ihr Shop pro Monat braucht, um alle Kosten zu decken. Unterhalb dieser Zahl arbeitet der Shop mit Verlust, oberhalb mit Gewinn. Dieser Artikel führt die Rechnung in fünf Schritten durch, mit einem Beispiel, das Retouren und Werbekosten enthält.
Was Sie vorab brauchen
- die Fixkosten pro Monat: Shopsystem, Personal, Miete, Versicherungen, Buchhaltung, Software – aus Ihrer Kostenübersicht oder Ihrem Budget
- den durchschnittlichen Nettoverkaufspreis je Bestellung – aus Ihren Verkaufsdaten
- den Wareneinsatz je Bestellung, also den Einkaufspreis – aus Ihren Lieferantenrechnungen
- die Zahlungsgebühren je Bestellung: Prozentsatz und Fixbetrag – aus dem Tarifblatt Ihres Zahlungsdienstleisters
- die Versandkosten je Bestellung – aus dem Tarifblatt Ihres Paketdienstleisters
- die Werbekosten je zusätzliche Bestellung, wenn Ihr Werbeaufwand mit der Bestellzahl wächst – aus Ihrem Werbekonto; ein festes Monatsbudget, das unabhängig von der Bestellzahl bleibt, gehört zu den Fixkosten
- die Retourenquote und die Kosten je Retoure – aus Ihren Retourendaten
Wie Sie die Werte ermitteln
Die Fixkosten stammen aus Ihrer Kostenübersicht oder Ihrem Budget. Der Nettoverkaufspreis je Bestellung ist der Gesamtumsatz netto geteilt durch die Anzahl der Bestellungen. Der Wareneinsatz je Bestellung ist der Gesamtwareneinsatz geteilt durch die Anzahl der Bestellungen. Die Zahlungsgebühren je Bestellung stammen aus dem Tarifblatt Ihres Zahlungsdienstleisters. Die Versandkosten je Bestellung stammen aus dem Tarifblatt Ihres Paketdienstleisters. Die Werbekosten je Bestellung setzen Sie als konstanten Akquisitionskostenanteil je zusätzliche Bestellung an, wenn Ihr Werbeaufwand mit der Bestellzahl wächst (etwa Performance-Werbung). Ein festes Monatsbudget, das unabhängig von der Bestellzahl bleibt, ist dagegen eine Fixkostenposition: dann addieren Sie es zu den Fixkosten und rechnen die Werbekosten nicht je Bestellung. Die Retourenkosten je Bestellung sind die Retourenquote mal die Kosten je Retoure.
Schritt für Schritt: Break-even berechnen
Schritt 1: Fixkosten pro Monat summieren
Summieren Sie alle Kosten, die nicht von der Bestellzahl abhängen. Das sind die Kosten, die Sie auch dann zahlen, wenn keine Bestellung eingeht. Zu den Fixkosten zählen: Shopsystem (Abo), Personal, Miete, Versicherungen, Buchhaltung, Software. Im Beispiel: Shopsystem 100,00 Euro, Personal und Gemeinkosten 2.400,00 Euro, weitere Fixkosten 200,00 Euro. Summe: 2.700,00 Euro pro Monat. Wenn eine Kostenposition von der Bestellzahl abhängt, gehört sie zu den variablen Kosten, nicht hier.
Schritt 2: Variable Kosten je Bestellung ermitteln
Listen Sie alle Kosten auf, die je Bestellung anfallen. Das sind die Kosten, die mit jeder zusätzlichen Bestellung steigen. Zu den variablen Kosten zählen: Wareneinsatz (Einkaufspreis), Zahlungsgebühren, Versandkosten, Werbekosten je zusätzliche Bestellung, Retourenkosten je Bestellung. Im Beispiel: Wareneinsatz 30,00 Euro, Zahlungsgebühren 1,50 Euro (2,5 Prozent von 60,00 Euro), Versandkosten 5,00 Euro, Werbekosten 8,00 Euro je zusätzliche Bestellung (Annahme: der Werbeaufwand wächst mit der Bestellzahl; ein festes Monatsbudget wäre eine Fixkostenposition), Retourenkosten 0,50 Euro (10 Prozent Retourenquote mal 5,00 Euro je Retoure). Summe: 45,00 Euro je Bestellung.
Schritt 3: Deckungsbeitrag je Bestellung berechnen
Der Deckungsbeitrag je Bestellung ist der Nettoverkaufspreis minus die variablen Kosten je Bestellung. Im Beispiel: 60,00 − 45,00 = 15,00 Euro. Das ist der Betrag, den jede Bestellung zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Ist der Deckungsbeitrag null, erwirtschaftet jede Bestellung gerade die variablen Kosten, und die Fixkosten bleiben ungedeckt; ist er negativ, verliert der Shop zusätzlich an jeder Bestellung. In beiden Fällen erreicht keine Bestellzahl den Break-even.
Schritt 4: Break-even in Bestellungen pro Monat berechnen
Der Break-even in Bestellungen pro Monat ist die Fixkosten pro Monat geteilt durch den Deckungsbeitrag je Bestellung – vorausgesetzt, der Deckungsbeitrag ist positiv und bleibt je Bestellung konstant. Im Beispiel: 2.700,00 ÷ 15,00 = 180 Bestellungen pro Monat. Ab der 181. Bestellung an arbeitet der Shop mit Gewinn. Ist das Ergebnis keine ganze Zahl, runden Sie auf: 176,3 Bestellungen heißen 177 Bestellungen. Nach dem Aufrunden deckt das Produkt aus Bestellzahl und Deckungsbeitrag die Fixkosten mindestens, nicht exakt: 208 × 13,00 Euro = 2.704,00 Euro bei 2.700,00 Euro Fixkosten.
Schritt 5: Sensitivität prüfen
Prüfen Sie, wie sich der Break-even ändert, wenn sich die Annahmen ändern. Steigen die Werbekosten je zusätzliche Bestellung von 8,00 auf 10,00 Euro, sinkt der Deckungsbeitrag auf 13,00 Euro und der Break-even steigt auf 2.700,00 ÷ 13,00 = 208 Bestellungen. Steigt die Retourenquote von 10 auf 20 Prozent, steigen die Retourenkosten je Bestellung von 0,50 auf 1,00 Euro, der Deckungsbeitrag sinkt auf 14,50 Euro und der Break-even steigt auf 2.700,00 ÷ 14,50 = 187 Bestellungen. Im Beispiel verschieben die Werbekosten je zusätzliche Bestellung den Break-even stärker als die Retourenquote.
Was der Break-even sagt und was nicht
Der Break-even ist eine Schwelle, kein Ziel. Er sagt, wie viele Bestellungen nötig sind, um die Kosten zu decken, nicht, wie viele für einen gewünschten Gewinn nötig sind. Um die Bestellzahl für ein Gewinnziel zu berechnen, addieren Sie das Gewinnziel zu den Fixkosten und teilen durch den Deckungsbeitrag je Bestellung. Im Beispiel für ein Gewinnziel von 1.500,00 Euro: (2.700,00 + 1.500,00) ÷ 15,00 = 280 Bestellungen pro Monat.
Der Break-even berücksichtigt auch keine Saisonalität. Wenn Ihre Bestellzahlen je Monat deutlich schwanken, berechnen Sie den Break-even für den schwächsten Monat, nicht für den Jahresdurchschnitt.
Der Break-even ist auch kein Maß für die Rentabilität. Ein Shop kann den Break-even erreichen und trotzdem nur einen geringen Gewinn erzielen, wenn der Deckungsbeitrag je Bestellung niedrig ist. Über dem Break-even bringt jede zusätzliche Bestellung den Deckungsbeitrag je Bestellung als Gewinn. Die Deckungsbeitragsquote – Deckungsbeitrag je Bestellung geteilt durch den Nettoverkaufspreis – ist nur bei gleichem Nettoverkaufspreis vergleichbar; bei unterschiedlichem Nettoverkaufspreis sagt eine höhere Quote nichts über den absoluten Deckungsbeitrag aus.
So prüfen Sie das Ergebnis
- Die Summe der Fixkosten stimmt mit Ihrer monatlichen Kostenübersicht überein.
- Deckungsbeitrag je Bestellung = Nettoverkaufspreis − variable Kosten je Bestellung gilt.
- Break-even × Deckungsbeitrag je Bestellung deckt die Fixkosten pro Monat mindestens; nach dem Aufrunden liegt das Produkt darüber (208 × 13,00 Euro = 2.704,00 Euro bei 2.700,00 Euro Fixkosten).
- Die Annahme konstanter Werbekosten je zusätzliche Bestellung passt zu Ihrem Werbeaufwand; ein festes Monatsbudget ist in den Fixkosten enthalten.
Wenn etwas nicht klappt
| Symptom | Ursache | Behebung |
|---|---|---|
| Break-even deutlich höher als erwartet | Akquisitionskosten je zusätzliche Bestellung zu hoch | Akquisitionskosten je zusätzliche Bestellung senken oder Deckungsbeitrag erhöhen; ein festes Monatsbudget ist eine Fixkostenposition, seine Senkung senkt die Fixkosten, nicht die Akquisitionskosten je Bestellung |
| Deckungsbeitrag negativ | Variable Kosten übersteigen den Nettoverkaufspreis | Preis erhöhen oder variable Kosten senken |
| Break-even ändert sich nicht mit dem Werbebudget | Festes Monatsbudget weder in den Fixkosten noch als Werbekosten je Bestellung erfasst | Festes Monatsbudget zu den Fixkosten addieren; wachsenden Werbeaufwand als Werbekosten je zusätzliche Bestellung erfassen |
| Break-even schwankt je Monat | Fixkosten sind nicht konstant | Fixkosten je Monat neu summieren und Break-even neu berechnen |
| Deckungsbeitrag zu niedrig | Wareneinsatz zu hoch | Einkaufspreis verhandeln oder Preis erhöhen |
Wann Sie Hilfe holen sollten
Holen Sie Rat, wenn Sie in mehrere Länder mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen verkaufen oder wenn Sie die Rechnung mit Ihrer Buchhaltung abstimmen müssen. Die Länderartikel und Ihre Steuerberatung beantworten das; hier steht nur die Rechnung.