Sichtbarkeit in KI-Antworten: Was Shops tun können
Kurz gesagt
Für AI Overviews und AI Mode in der Google-Suche nennt Google keine zusätzlichen technischen Anforderungen: Eine Seite muss indexiert und für Snippets zugelassen sein. Dazu muss die Website in der Search Console für die generativen KI-Funktionen der Google-Suche freigegeben sein; voreingestellt ist die Option, die Links und Inhalte Ihrer Website berücksichtigt, bei einer untergeordneten Property die Einstellung der übergeordneten Property (Stand Oktober 2026). Produkte können nach Googles Angabe über vollständige Produktdaten in Merchant Center und passende Angaben auf der Produktseite in KI-Antworten sichtbar werden; garantiert ist diese Anzeige nicht.
Das Wichtigste
- Google verlangt für KI-Antworten keine eigene Datei, kein besonderes Markup und keine umgeschriebenen Texte.
- Merchant Center und Google Business Profile können laut Google dazu beitragen, Produkte in KI-Antworten sichtbar zu machen; garantiert ist die Anzeige nicht.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört der Preis inklusive Umsatzsteuer in den Feed und auf die Produktseite.
- Die Search Console steuert die Teilnahme über Einstellungen > Generative KI-Funktionen der Google Suche; voreingestellt ist, dass Links und Inhalte der Website berücksichtigt werden (untergeordnete Properties übernehmen standardmäßig die Einstellung der übergeordneten Property).
- Produktbilder im Merchant Center brauchen ab 31. Januar 2027 mindestens 500 x 500 Pixel.
- Bei OpenAI steuert die robots.txt den Zugriff je Crawler: OAI-SearchBot für die Suche in ChatGPT, GPTBot für das Training; für nutzerausgelöste Zugriffe von ChatGPT-User gelten robots.txt-Regeln nach OpenAIs Angabe nicht immer.
Die Google-Suche beantwortet einen Teil der Suchanfragen selbst: Über den Treffern steht dann eine formulierte Antwort mit Quellenlinks. Für den Shop ändert sich die Aufgabe nicht, denn diese Antworten stützen sich auf denselben Index, in den eine Produktseite ohnehin aufgenommen werden will. Der Text trennt, was Google voraussetzt, welche Produktdaten den Ausschlag geben und welche Fragen offen bleiben.
Wie KI-Antworten in der Google-Suche entstehen
Die Google-Suche zeigt zwei KI-Formate: AI Overviews für kurze Überblicke und AI Mode für Fragen, die mehrere Schritte oder einen Vergleich verlangen. Nach der Beschreibung von Google Search Central (Fassung vom 10. Dezember 2025) holen beide relevante, aktuelle Seiten aus dem Suchindex und formulieren daraus eine Antwort mit klickbaren Quellenlinks; beim Query Fan-out stellt das Modell zusätzlich mehrere verwandte Anfragen.
Für die Aufnahme gelten zwei Bedingungen: Die Seite muss indexiert und für ein Snippet zugelassen sein; weitere technische Anforderungen nennt die Dokumentation nicht. Zusätzlich muss die Website in der Search Console für die generativen KI-Funktionen der Google-Suche freigegeben sein; nach der Search-Console-Hilfe (für alle Websites weltweit verfügbar seit dem 31. August 2026) ist dort die Option voreingestellt, die Links und Inhalte Ihrer Website berücksichtigt, und eine untergeordnete Property übernimmt standardmäßig die Einstellung ihrer übergeordneten Property. Crawling, Indexierung und Anzeige bleiben dennoch ungarantiert. AI Overviews erscheinen zusätzlich nur dann, wenn Googles Systeme einen Zusatznutzen gegenüber den klassischen Treffern sehen.
Was Google ausdrücklich nicht verlangt
Die Seite “Optimizing your website for generative AI features on Google Search” (Fassung vom 10. Juli 2026) führt Techniken auf, die nach ihrer Darstellung keinen Einfluss auf die Google-Suche haben. Für die Google-Suche gilt danach:
- llms.txt und vergleichbare Dateien liest Google Search nicht; die Dokumentation schreibt, Google Search ignoriere sie.
- Es gibt keine Vorgabe, Inhalte in kleine Häppchen zu zerlegen (“Chunking”).
- Texte müssen nicht für KI-Systeme umgeschrieben werden.
- Zusätzliches schema.org-Markup ist für die KI-Funktionen nicht nötig; sinnvoll bleibt es, weil es über angereicherte Ergebnisse mitentscheidet.
- Für jede mögliche Fan-out-Variante eine eigene Seite zu bauen, um damit Rankings oder KI-Antworten zu beeinflussen, verstößt nach der Dokumentation gegen die Richtlinie zu scaled content abuse.
Was Google stattdessen nennt: Inhalte, die sich nicht gegen austauschbare Standardtexte eintauschen lassen, eine klare Gliederung, Bilder und Videos, erreichbare Seiten, interne Verlinkung und strukturierte Daten, die zum sichtbaren Text passen. Nach der ergänzenden Seite zu hilfreichen Inhalten (Fassung vom 5. Oktober 2026) zählen Herkunft, Nachvollziehbarkeit und Nutzen für den Leser.
Welche Produktdaten den Unterschied machen
Google nennt zwei Wege, mit denen Produkte und Standorte in KI-Antworten sichtbar werden können: Merchant Center mit seinen Produktdatenquellen und Google Business Profile. Die Spezifikation beschreibt deren Aufgabe so: Google ordnet damit Produkte den passenden Suchanfragen zu und nutzt die Daten als grundlegenden Baustein für die KI-gestützten Werbeformate. Beide Wege sind nach der Formulierung der Dokumentation ein Beitrag zur Sichtbarkeit und keine Zusage: ob und an welcher Stelle ein Produkt erscheint, garantiert Google nicht. Die Produktdatenspezifikation ist eine Vorgabe von Google Merchant Center, keine staatliche Rechtsvorschrift; sie entscheidet darüber, ob ein Produkt in diesem Kanal angezeigt wird. Wer einen anderen Kanal mit Produktfeed nutzt, prüft dessen eigene Spezifikation.
| Angabe | Was die Produktdaten-Dokumentation verlangt |
|---|---|
| ID | eindeutig je Produkt, möglichst die Artikelnummer |
| Titel | Pflicht, Text, höchstens 150 Zeichen, ohne Werbetexte |
| Beschreibung | Pflicht, Text, höchstens 5.000 Zeichen |
| Link | Pflicht, die Produktseite der verifizierten Domain |
| Bild | Pflicht; mindestens 500 x 500 Pixel ab 31. Januar 2027 |
| Preis | Pflicht; in Deutschland, Österreich und der Schweiz inklusive Umsatzsteuer und identisch mit der Produktseite |
| Verfügbarkeit | Pflicht; muss mit Produktseite, Checkout und strukturierten Daten übereinstimmen |
| Marke | Pflicht für neue Produkte, ausgenommen Filme, Bücher und Musikaufnahmen; bei Produkten, für die es tatsächlich keine Marke gibt, bleibt das Feld leer |
| GTIN | Die Produktdatenspezifikation führt das Attribut für Produkte mit einer bekannten GTIN als erforderlich und für alle anderen als optional, aber empfohlen; sie hält fest, dass der Kategorietyp bestimmt, welche Produktkennzeichnungen erforderlich sind. Die Hilfeseite zum Attribut formuliert dagegen eine Empfehlung für alle Produkte mit einer vom Hersteller zugewiesenen GTIN und weist darauf hin, dass die Sichtbarkeit eingeschränkt sein kann, wenn das Attribut fehlt oder falsch ist. Eine GTIN nur einreichen, wenn sie sicher korrekt ist, sonst bleibt das Feld leer |
| MPN | Erforderlich nur, wenn dem Produkt keine vom Hersteller zugewiesene GTIN vorliegt; für alle anderen Produkte optional, ebenso bei Produkten ohne eindeutig zugewiesene MPN und bei Sonderanfertigungen wie Kunst, individuell gestalteter Kleidung oder handgefertigten Produkten; eine MPN nur einreichen, wenn sie sicher korrekt und vom Hersteller zugewiesen ist, im Zweifel bleibt das Feld leer, statt einen Wert zu raten |
| Zustand | Pflicht bei gebrauchter oder generalüberholter Ware |
Zwei Angaben der Spezifikation reichen über den Feed hinaus. Erstens müssen Datenquelle, Produktseite, Checkout und strukturierte Daten übereinstimmen; widersprüchliche Daten nennt die Spezifikation als Grund, aus dem Produkte eingeschränkt erscheinen. Zweitens trennt sie selbst geschriebene von KI-erzeugten Angaben: Für Titel und Beschreibungen, die mit generativer KI erstellt wurden, nennt die Spezifikation statt title und description die Attribute structured_title und structured_description; das Unterfeld digital_source_type ist dort optional und trägt für KI-erzeugte Inhalte den Wert trained_algorithmic_media, ohne Angabe gilt der Wert default. Bilder, die mit generativer KI erstellt wurden, müssen dagegen Metadaten tragen, die sie als KI-erzeugt kennzeichnen; vorhandene IPTC-Angaben wie DigitalSourceTypeTrainedAlgorithmicMedia bleiben erhalten.
Welche Preise und Angaben die Produktseite selbst zeigen muss, regelt das Recht des jeweiligen Landes (Preisangaben in Deutschland, Preisangaben in Österreich, Preisangaben in der Schweiz). Die Feed-Regeln kommen dagegen von Google und stehen in einer Spezifikation, die nach Zielmarkt unterscheidet.
Checkliste: Produktdaten und Inhaltssignale
Die Tabelle sammelt die Signale, die die geöffneten Quellen nennen. In der letzten Spalte steht, was die Dokumente nicht beantworten.
| Signal | Was Sie prüfen | Offener Punkt |
|---|---|---|
| Indexierbarkeit | URL-Prüftool der Search Console: Die Seite ist indexiert und für ein Snippet zugelassen | — |
| robots.txt | Googlebot ist nicht ausgeschlossen; die Bild-URL ist für Google erfassbar | — |
| Freigabe für generative KI | Einstellungen > Generative KI-Funktionen der Google Suche: Gewählt ist die Option, die Links und Inhalte Ihrer Website berücksichtigt; das ist die Standardeinstellung, bei einer untergeordneten Property die Übernahme von der übergeordneten Property | — |
| Merchant-Center-Feed | Falls Sie Merchant Center nutzen: Pflichtfelder je Variante vollständig; die Kennung ist gesetzt (GTIN, wenn dem Produkt eine bekannt ist, sonst die MPN des Herstellers; ohne eindeutig zugewiesene MPN bleibt das Feld leer); im Konto liegen keine Disapprovals an | — |
| Preis | Falls Sie Merchant Center nutzen: Der Feed-Preis enthält für Deutschland, Österreich und die Schweiz die Umsatzsteuer und stimmt mit Produktseite und Checkout überein | — |
| Verfügbarkeit und Zustand | availability und condition stimmen mit Produktseite und strukturierten Daten überein | Welche Quelle bei einer Abweichung Vorrang hat, sagt die Produktdatenspezifikation nicht |
| Strukturierte Daten (freiwillig) | Product mit Offer steht auf der Produktseite; dieselben Werte stehen sichtbar im Seitentext | — |
| Bilder | Ab 31. Januar 2027 mindestens 500 x 500 Pixel; KI-Bilder tragen die IPTC-Angabe | — |
| KI-Texte | Falls Sie Titel oder Beschreibungen mit generativer KI erzeugen: In der Produktdatenquelle stehen dann structured_title beziehungsweise structured_description statt title und description; digital_source_type bleibt optional und trägt für KI-erzeugte Inhalte den Wert trained_algorithmic_media | Ob die Google-KI-Funktionen diesen Wert auswerten, ist in den geöffneten Dokumenten nicht beschrieben |
| Messung | Der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen zeigt Impressionen nach Seite, Land und Gerät; er erscheint erst, wenn die Website genügend Impressionen in diesen Funktionen hat | — |
| Andere Assistenten | Bei OpenAI ist die robots.txt je Crawler getrennt gesetzt: OAI-SearchBot für die Suche in ChatGPT, GPTBot für das Training, ChatGPT-User für nutzerausgelöste Aktionen, für die robots.txt nach OpenAIs Angabe nicht immer gilt | Wie Assistenten außerhalb von Google Quellen auswählen und gewichten, steht in den geöffneten Dokumenten nicht; für andere Anbieter als OpenAI wurde keine Crawler-Dokumentation geöffnet |
Typische Fehler
- Feed und Produktseite zeigen verschiedene Preise. Die Spezifikation verlangt Übereinstimmung und nennt widersprüchliche Daten als Grund für Einschränkungen.
- Der Feed-Preis steht ohne Umsatzsteuer, wie es die Spezifikation für die USA und Kanada verlangt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz verlangt dieselbe Spezifikation den Preis inklusive Umsatzsteuer.
- Nur der Feed ist gepflegt, die Produktseite nicht. Die KI-Formate stützen sich auf den Suchindex; fehlt die indexierbare Seite, fehlt der Quellenlink.
- Eine llms.txt-Datei wird als Maßnahme für die Google-Suche angelegt. Dort wirkt sie nicht.
- Ein Produkt mit einer bekannten GTIN wird ohne GTIN eingereicht. Die Produktdatenspezifikation führt das Attribut in diesem Fall als erforderlich; die Hilfeseite zum Attribut empfiehlt es für Produkte mit einer vom Hersteller zugewiesenen GTIN und weist darauf hin, dass die Sichtbarkeit eingeschränkt sein kann, wenn das Attribut fehlt oder falsch ist.
- Eine MPN wird geraten, damit das Kennungsfeld belegt ist. Die Spezifikation verlangt eine MPN nur, wenn dem Produkt keine vom Hersteller zugewiesene GTIN vorliegt; sonst ist das Attribut optional. Eingereicht wird eine MPN nur, wenn sie vom Hersteller zugewiesen und sicher korrekt ist; sonst bleibt das Feld leer. Bei Produkten ohne eindeutig zugewiesene MPN und bei Sonderanfertigungen wie Kunst, individuell gestalteter Kleidung oder handgefertigten Produkten ist das Attribut ebenfalls optional, eine sichere MPN des Herstellers bleibt dort zulässig. Ein falscher MPN-Wert führt nach der Spezifikation zur Ablehnung des Produkts.
- Produktseiten sind per noindex oder nosnippet gesperrt. Dann fehlt der Beleglink, obwohl das Produkt im Feed steht.
Wenn Agenten statt Menschen einkaufen
Die Dokumentation nennt einen zweiten Zugriffsweg: Browser-Agenten, die eine Seite im Auftrag einer Kundin öffnen, DOM und Accessibility Tree lesen und Screenshots auswerten. Für sie zählen semantisches HTML, stabile Layouts und beschriftete Formularfelder. Wer Checkout-Schnittstellen für Agenten anbietet, findet die Vorbereitung in Einkaufen mit KI-Agenten: Was Händler vorbereiten sollten.
So gehen Sie vor
- Prüfen Sie einzelne Produktseiten mit dem URL-Prüftool der Search Console auf Indexierung und Snippet-Zulassung.
- Falls Ihre Website in der Search Console als Property geführt wird, prüfen Sie dort die Einstellung zur Freigabe für generative KI (Einstellungen > Generative KI-Funktionen der Google Suche): Voreingestellt ist die Option, die Links und Inhalte einbezieht, bei einer untergeordneten Property die Übernahme von der übergeordneten Property.
- Falls Sie Merchant Center nutzen, gehen Sie die Felder der Produktdatenspezifikation an Ihrem Feed durch. Als Kennung dient die GTIN, wenn dem Produkt eine bekannt ist, sonst die MPN des Herstellers; ohne eindeutig zugewiesene MPN bleibt das Feld leer. Gleichen Sie Preis und Verfügbarkeit mit der Produktseite ab und setzen Sie den Feed-Preis für Deutschland, Österreich und die Schweiz inklusive Umsatzsteuer an. Für andere Kanäle mit Produktfeed, etwa Preisvergleichsportale, gelten die Vorgaben des jeweiligen Kanals; die hier genannten Regeln stehen in der Produktdatenspezifikation von Google Merchant Center.
- Vergleichen Sie die strukturierten Daten einer Produktseite mit dem sichtbaren Text; Angaben, die nicht auf der Seite stehen, dürfen dort nicht ausgezeichnet werden.
- Prüfen Sie den Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen (er erscheint, sobald die Website genügend Impressionen in diesen Funktionen hat) und notieren Sie den Basiswert je Seite und Land.
- Falls Sie den Zugriff der dokumentierten Crawler anderer Assistenten steuern wollen, legen Sie fest, was für OpenAI OAI-SearchBot, GPTBot und ChatGPT-User gilt, und halten Sie die Entscheidung in der robots.txt fest.