SEO für Onlineshops: Grundlagen und Prioritäten
Kurz gesagt
Beginnen Sie bei der Suchmaschinenoptimierung mit dem Zugang: Jede Produktseite ist über Links aus den Kategorien erreichbar, hat eine eigene, lesbare Adresse und einen eigenen Titel. Danach folgen Produktdaten als Markup und eigene Texte. Google empfiehlt, einige Wochen abzuwarten, bevor Sie die Wirkung einer Änderung beurteilen.
Das Wichtigste
- Google findet Seiten vor allem über Links von Seiten, die es bereits kennt; eine Sitemap ist für neue Seiten ohne viele externe Links hilfreich, aber nicht vorgeschrieben.
- Jede Produktvariante sollte unter einer eigenen Adresse erreichbar sein, zum Beispiel als Pfad (/t-shirt/gruen) oder als Parameter (/t-shirt?farbe=gruen).
- Produktmarkup kann Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen und Versandangaben in den Suchergebnissen sichtbar machen; eine Anzeige ist nicht garantiert.
- Mit noindex lassen sich Seiten aus den Ergebnissen ausnehmen, aber nur, wenn die Seite nicht per robots.txt gesperrt ist.
- Die Aussagen stammen aus der Dokumentation von Google Search; andere Suchmaschinen können abweichen.
Ein neuer Shop hat Produktseiten, aber noch keine Besucher aus der Suche. Suchmaschinenoptimierung (englisch Search Engine Optimization, kurz SEO) bedeutet, Suchmaschinen beim Verstehen Ihrer Seiten zu helfen und Nutzern die Entscheidung zu erleichtern, ob sie klicken. Der Artikel ordnet die Maßnahmen nach Aufwand und Wirkung. Alle Aussagen über Google Search stammen aus der Dokumentation von Google, die Einordnung nach Aufwand und Wirkung ist eine redaktionelle Einschätzung.
Worauf es ankommt
Google durchsucht das Web mit Programmen, die Seiten über Links erkunden. Damit Google den Inhalt einer Seite lesen und verstehen kann, muss es sie erreichen und abrufen können. Google empfiehlt deshalb, Produktseiten über die Kategorien zu verlinken. Danach zählt, was auf den Seiten steht: Das Starterhandbuch von Google schreibt, Inhalte, die Menschen als hilfreich und verlässlich empfinden, beeinflussten die Präsenz in den Ergebnissen wahrscheinlich stärker als jede andere Empfehlung des Handbuchs. Technische Maßnahmen sorgen dafür, dass dieser Inhalt gefunden und verstanden wird.
Prioritätenliste für einen neuen Shop
Die Tabelle ordnet nach Reihenfolge (A vor B vor C). A bedeutet: Voraussetzung dafür, dass Seiten überhaupt gefunden werden; B: bestimmt, wie Ergebnisse aussehen und wie Google Seiten versteht; C: baut Inhalte aus. Aufwand und Reihenfolge sind redaktionelle Einschätzungen; die Spalte „Beleg“ nennt die Google-Quelle für die Maßnahme.
| Priorität | Maßnahme | Aufwand | Beleg |
|---|---|---|---|
| A1 | Prüfen, ob Ihre Seiten im Index stehen (Suche mit site:Ihre-Adresse, URL-Prüfung der Search Console zeigt, wie Google eine Seite sieht) | gering | Starterhandbuch |
| A2 | Jede Produktseite über Links aus Menü, Kategorie und Unterkategorie erreichbar machen, mit normalen Links (a href) | mittel | Shopstruktur |
| A3 | Sitemap bereitstellen oder prüfen, ob das Shopsystem sie erzeugt | gering | Sitemaps |
| A4 | Seiten, die nicht erscheinen sollen, mit noindex kennzeichnen und nicht per robots.txt sperren | gering | noindex |
| B1 | Pro Seite einen eigenen, beschreibenden Titel | gering bis mittel | Title-Links |
| B2 | Lesbare Adressen, eine Adresse je Inhalt, eigene Adresse je Variante | mittel | URL-Struktur |
| B3 | Doppelte Inhalte per Weiterleitung oder rel=“canonical” auf eine Adresse lenken | mittel | Starterhandbuch |
| B4 | Produktmarkup mit Preis, Verfügbarkeit und Versandangaben | mittel | Produktmarkup |
| B5 | Adressen von Filtern und Sortierungen steuern | mittel bis hoch | Facettennavigation |
| C1 | Eigene Produkttexte statt übernommener Texte | hoch | Starterhandbuch |
| C2 | Bilder mit beschreibendem Alt-Text neben dem passenden Text | mittel | Starterhandbuch |
| C3 | Beliebte Kategorien und Produkte von der Startseite oder aus Ratgebern verlinken | gering | Shopstruktur |
Die Maßnahmen im Einzelnen
A: Zugang
Das Handbuch rät, vor jeder Maßnahme zu prüfen, ob die Seiten schon im Index sind. Google findet Seiten vor allem über Links; für neue Websites mit wenigen externen Links kann eine Sitemap helfen, ist aber nicht erforderlich. Für Shops gilt: Wenn Kategorieseiten nicht auf alle Produkte verlinken, findet das Crawlen sie womöglich nicht; Google nennt Sitemap oder Merchant-Center-Feed als Ausweg. Das Suchfeld Ihres Shops hilft dabei nicht, weil Googlebot laut Google im Allgemeinen keine Suchen in ein Suchfeld eingibt.
noindex ist die Regel, mit der eine Seite aus den Ergebnissen genommen wird. Sie wirkt nur, wenn die Seite nicht per robots.txt gesperrt ist, weil das Programm die Regel sonst nie liest. Die Anweisung in der robots.txt selbst wird von Google nicht unterstützt.
B: Verständnis und Darstellung
Der Titel (title-Element) soll pro Seite einmalig, kurz und beschreibend sein. Google warnt vor Wiederholungen derselben Wörter und vor einem gleichen Titel auf jeder Seite, nennt dafür ausdrücklich den Fall „Cheap products for sale“ auf einer Shopseite. Ein Beispiel (erfunden): Statt „Produkte – Shop“ steht auf der Seite für ein Lederportemonnaie „Portemonnaie aus Leder, 11 cm – Beispielshop“.
Bei Adressen empfiehlt Google beschreibende Wörter (/produkt/schwarzes-t-shirt statt /produkt/3243), eine einheitliche Schreibweise, wenn der Server Groß- und Kleinschreibung gleich behandelt, ?schluessel=wert-Parameter statt bloßer Werte und keine flüchtigen Parameter wie Sitzungsnummern in internen Links. Für Varianten verlangt Google eine eigene Adresse je Variante; Fragmente (#schwarz) nutzt Google nicht zur Indexierung.
Mehrere Adressen mit gleichem Inhalt sind nach Google kein Verstoß gegen die Spam-Richtlinien, können aber Crawl-Aufwand verschwenden. Leiten Sie, wenn möglich, mit einer Weiterleitung auf die bevorzugte Adresse; sonst nutzen Sie rel=“canonical”.
Produktmarkup (strukturierte Daten) macht Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen und Versandangaben für Suchergebnisse lesbar. Nach Google liegt es im Ermessen der jeweiligen Darstellung, ob eine Erweiterung erscheint; eine Anzeige ist deshalb nicht garantiert. Für Seiten, auf denen Kunden direkt bei Ihnen kaufen können, nennt Google die Markup-Klasse „Merchant listings“.
Filter können sehr viele Adressen erzeugen, deren Crawlen Google als aufwendig beschreibt. Wenn gefilterte Seiten nicht in den Ergebnissen erscheinen sollen, empfiehlt Google, sie per robots.txt vom Crawlen auszunehmen und Produktseiten sowie eine Listenseite ohne Filter zugänglich zu lassen.
C: Inhalt
Der Inhalt soll einmalig sein: Google schreibt, Inhalte anderer sollten nicht ganz oder teilweise kopiert werden. Übernommene Texte von Herstellern oder Lieferanten sind nach unserer Einordnung ein Fall davon. Bilder gehören nahe an den passenden Text und tragen einen kurzen, beschreibenden Alt-Text.
Typische Fehler
- Produkte sind nur über das Suchfeld des Shops auffindbar. Folge: Google findet sie womöglich nicht.
- Alle Seiten tragen denselben Titel. Folge: Ergebnisse sind nicht unterscheidbar.
- Eine Variante hat keine eigene Adresse, sondern nur ein Fragment (#). Folge: Google behandelt die Varianten als eine Seite.
- noindex steht auf einer Seite, die per robots.txt gesperrt ist. Folge: Die Regel wird nicht gelesen.
- noindex fehlt auf Seiten, die nicht in den Ergebnissen erscheinen sollen. Folge: Sie können weiter erscheinen.
So gehen Sie vor
- Prüfen Sie mit site: und der URL-Prüfung, welche Seiten im Index sind.
- Verfolgen Sie von der Startseite aus den Weg zu drei zufälligen Produkten: Existiert ein normaler Link?
- Vergeben Sie jeder Kategorie- und Produktseite einen eigenen Titel und eine lesbare Adresse.
- Aktivieren Sie Produktmarkup im Shopsystem oder per Erweiterung, prüfen Sie es mit einem Beispielprodukt.
- Warten Sie einige Wochen, bevor Sie die Wirkung beurteilen, und ändern Sie bis dahin nur wenig.
Vertiefungen: Kategorieseiten, Produktseiten und strukturierte Daten, technisches SEO, Relaunch ohne SEO-Verlust.