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PIM (Product Information Management)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Ein PIM (Product Information Management) ist das System, in dem ein Betrieb die verkaufsbezogenen Angaben zu seinen Artikeln an einer Stelle pflegt und von dort an Shopsystem, Marktplatz oder Produktfeed liefert. Es hält Merkmale, Texte und Bildverweise; Grunddaten und die Vorgänge wie Bestellung, Lieferung und Rechnung liegen daneben häufig im ERP. GS1 beschreibt die Merkmale, die dabei ausgetauscht werden, im Global Data Model Standard.

Das Wichtigste

  • Ein PIM hält die verkaufsbezogenen Produktinformationen: Merkmale, Texte und Bildverweise für mehrere Kanäle.
  • Ein Attribut ist nach GS1 die Zusatzinformation zu einem über einen GS1-Schlüssel bestimmten Objekt.
  • Das GS1 Global Data Model führt Merkmale und Code-Listen, Fassung 2.18.0, zuletzt geändert am 21. August 2026.
  • Stammdaten, Transaktionsdaten und Ereignisdaten stehen in den GS1-Standards nebeneinander (General Specifications).
  • Ein Data Pool ist die Austauschstelle zwischen Handelspartnern; ein PIM steht im eigenen Betrieb.

Definition

Ein PIM (Product Information Management) ist ein System, in dem ein Betrieb die Angaben zu seinen Verkaufsartikeln an einer Stelle pflegt und von dort an mehrere Kanäle ausgibt, etwa Shopsystem, Marktplatz, Produktfeed oder Katalog. Es hält Merkmale, Texte und Bildverweise; die Verkaufsvorgänge liegen woanders.

Wofür ein PIM gebraucht wird

Dieselben Merkmale begleiten einen Artikel durch seinen Lebenszyklus: einstellen, bestellen, lagern, verkaufen, auslaufen lassen. GS1 nennt ein Attribut die Zusatzinformation zu einem Objekt, das über einen GS1-Identifikationsschlüssel bestimmt ist (General Specifications, Glossar). Der Global Data Model Standard (GDM) führt Merkmale und Code-Listen in der Fassung 2.18.0 und schreibt keine Übertragungstechnik vor; Datenpool, Schnittstelle oder Tabelle bleiben offen (GDM Attribute Implementation Guideline, Abschnitt 1.1.3).

Ein Beispiel

Ein Hemd in drei Größen und zwei Farben sind sechs Verkaufsartikel. Das PIM führt je Artikel Farbe, Größe, Material und Pflegehinweis sowie Text und Bildadressen; daraus entsteht je Kanal die Ausgabe: Produktseite, Produktfeed, Feldvorgaben des Marktplatzes. Den Aufbau zeigt Produktvarianten modellieren.

Unterschied zu ERP und Shopsystem

System Typische Daten Zweck
PIM Klassifizierungen, beschreibende Merkmale, Texte und Bildverweise einmal pflegen und an mehrere Kanäle ausgeben
ERP Grunddaten, Preise, Bestände; Bestellung, Lieferung und Rechnung Abläufe abwickeln und belegen
Shopsystem die Ausgabe für die Kundschaft Artikel zeigen und verkaufen

Die Tabelle beschreibt Rollen im Datenfluss, keine feste Grenze zwischen Programmen: Nach dem GS1-Whitepaper liegen Grunddaten wie Name, Hersteller und Artikelnummer häufig im ERP, Klassifizierungen, beschreibende Merkmale und Bilder unter dem Begriff PIM; ein ERP kann Produktstammdaten ebenfalls halten. GS1 hält Stammdaten, Transaktionsdaten und Ereignisdaten auseinander (General Specifications, Einleitung). Bestellung, Rechnung und Lieferung greifen über die Standortkennung GLN auf die Partei- und Standortstammdaten zu (Abschnitt 4.5.3); die Stammdaten eines Artikels hängen an der GTIN (Abschnitt 4.2.4.4). Beschreibende Merkmale darf der Händler für die Kundenkommunikation anpassen; gepflegt werden sie nach der GDM-Richtlinie überwiegend vom Hersteller (Abschnitt 5). Legen Sie je Merkmal fest, welches System es führt: ohne festgelegte Richtung kann ein Datenlauf den Wert des anderen überschreiben. Die Verbindung prüfen Sie nach Schnittstellen eines Shopsystems.

Nicht zu verwechseln mit

  • Data Pool: eine Ablage, in der Handelspartner Informationen zu Artikeln und Parteien in einem Standardformat elektronisch austauschen (GDM-Richtlinie, Abschnitt 16); sie steht zwischen den Betrieben, das PIM im eigenen.
  • DAM (Digital Asset Management): führt Medien wie Bilder und Videos; GS1 regelt Produktbilder getrennt (Product Image Standard, Fassung 5.0.0 vom 17. Juli 2026).
  • SKU (Stock Keeping Unit): die selbst vergebene Kennung eines Artikels im eigenen System, nicht seine Beschreibung.

Häufige Fragen

Ersetzt ein PIM das ERP?

Nein. Die Abgrenzung ist eine Rollenverteilung: Nach dem GS1-Whitepaper PIM im Handel liegen Grunddaten wie Produktname, Hersteller und Artikelnummer häufig im ERP, die verkaufsbezogenen Merkmale, Klassifizierungen und Bilder unter dem Begriff PIM, und ein ERP kann Produktstammdaten ebenfalls halten. Führen Sie dieselbe Angabe in beiden Systemen, kann ein Datenlauf den Wert überschreiben, wenn die Richtung der Synchronisation nicht festgelegt ist; legen Sie deshalb je Merkmal fest, welches System es ändert. Bestellung, Lieferung und Rechnung greifen nach den GS1 General Specifications über die Standortkennung GLN auf die Partei- und Standortstammdaten zu (Abschnitt 4.5.3), die Stammdaten eines Artikels hängen an der GTIN (Abschnitt 4.2.4.4).

Reicht für den Anfang das Shopsystem als PIM?

Ja, solange dieselben Angaben nur in einem Kanal stehen. Kommen Marktplatz, Feed oder Katalog dazu, kann jeder Kanal andere Werte und Feldlängen verlangen; die lassen sich auch im Shopsystem halten, die Pflege wächst aber mit jedem Kanal. Ob sich ein eigenes PIM rechnet, hängt von der Zahl der Artikel und Kanäle ab.

Was unterscheidet ein PIM von einem Data Pool?

Der Data Pool ist die Stelle des Austauschs zwischen Handelspartnern: nach dem Glossar der GDM-Richtlinie eine Ablage, in der sie Informationen zu Artikeln und Parteien in einem Standardformat elektronisch abrufen, pflegen, prüfen und austauschen. Ein PIM steht dagegen im eigenen Betrieb und hält die Daten, die Sie selbst verantworten.

Quellen

  1. GS1 General Specifications Standard, Release 26.0, Ratified January 2026 (Einleitung; Abschnitte 2.6.14, 4.2.4.4 und 4.5.3; Abschnitt 9.1 Glossar: attribute)GS1 AISBL · abgerufen am
  2. GS1-Standardübersicht (Standards Repository): Global Data Model Standard, Fassung 2.18.0, zuletzt geändert am 21. August 2026; Product Image Standard, Fassung 5.0.0, zuletzt geändert am 17. Juli 2026GS1 AISBL · abgerufen am
  3. GS1 Global Data Model Attribute Implementation Guideline, Release 1.17, Ratified August 2026 (Abschnitte 1, 1.1.3, 5 und 16 Glossar: data pool)GS1 AISBL · abgerufen am
  4. GS1 Switzerland, White Paper PIM im Handel: Produktinformationsmanagement, Fokus E-Commerce, Version 1.0, Release März 2025 (Abschnitt 2 Begrifflichkeit Produktinformationen, Seiten 5 bis 6)GS1 Switzerland · abgerufen am
  5. GS1 Glossary (Definitionen aus den GS1 General Specifications: attribute, Global Data Synchronisation Network)GS1 AISBL · abgerufen am