Zahlungsgewohnheiten in DE, AT und CH im Vergleich
Kurz gesagt
Online zahlen Privatpersonen in den drei Ländern nach den Studien 2025 unterschiedlich: In Deutschland entfielen laut Bundesbank 50 % der Internetzahlungen auf Internetbezahlverfahren, in Österreich nennt die OeNB 35 % Karten und 30 % Wallets oder Internetbezahlverfahren, in der Schweiz zahlt man Fernkäufe laut SNB am häufigsten per Bezahl-App. Die Studien messen verschieden und sind nicht direkt vergleichbar.
Das Wichtigste
- Deutschland (Bundesbank, Zahlungstagebuch, Erhebung 8.9. bis 2.12.2025, 1.055 erfasste Internetzahlungen): nach Anzahl 50 % Internetbezahlverfahren, 30 % Überweisung oder Lastschrift, 15 % Kreditkarte, 4 % Debitkarte; nach Umsatz 45 % Überweisung oder Lastschrift und 32 % Internetbezahlverfahren.
- Österreich (OeNB, Zahlungstagebuch, Mai bis November 2025, 920 Personen): Karten 35 %, Wallets oder Internetbezahlverfahren 30 %, elektronische Überweisung ein Viertel der Internetzahlungen und 62 % des Umsatzes.
- Schweiz (SNB, Umfrage Herbst 2025, 2.071 Befragte mit Tagebuch): Zahlungen im Distanzgeschäft (Onlineshops, Apps, Rechnungen) laufen am häufigsten über Bezahl-Apps, Rechnungen am häufigsten über Online Banking; die SNB nennt dafür keine Anteile im Text.
- Die Studien befragen Privatpersonen und erfassen Zahlungen, nicht Shopumsätze; Definitionen und Stichproben unterscheiden sich. Das Mindestangebot im Artikel ist eine redaktionelle Empfehlung, die Sie mit Ihren eigenen Bestelldaten prüfen.
Welche Zahlarten ein Onlineshop anbieten sollte, hängt auch davon ab, wie die Kundschaft im Zielland üblicherweise zahlt. Dieser Artikel stellt die jüngsten Erhebungen der drei Notenbanken nebeneinander, sagt, was sie messen, und leitet daraus ein Mindestangebot je Land ab, das Sie mit Ihren eigenen Zahlen prüfen. Anbieter oder Verfahren einzelner Firmen nennt er nicht; er arbeitet mit den Gruppen der Studien. Rechtliche Regeln zu Entgelten und Rückbuchungen behandelt Zahlungsarten im Onlineshop auswählen.
Was die Studien messen
Alle drei Studien befragen Privatpersonen und lassen sie ihre Zahlungen in einem Tagebuch festhalten. Die Zahlen beschreiben also, wie Personen zahlen, nicht, wie sich ein einzelner Shop entwickelt.
| Deutschland | Österreich | Schweiz | |
|---|---|---|---|
| Herausgeber | Deutsche Bundesbank | Oesterreichische Nationalbank (OeNB) | Schweizerische Nationalbank (SNB) |
| Studie | Zahlungsverhalten in Deutschland 2025 (Stand Juli 2026) | Zahlungsmittelstudie 2025, OeNB Report 2026/14 (23. Juni 2026) | Zahlungsmittelumfrage bei Privatpersonen 2025 |
| Erhebungszeit | 8. September bis 2. Dezember 2025 | Mitte Mai bis Mitte November 2025 (Tagebuchzahlungen 17. Mai bis 19. November 2025) | Anfang August bis Mitte November 2025 |
| Befragte | 6.070 Interviews; Zahlungstagebuch von 5.302 Personen über drei Tage; Personen ab 18 Jahren | 2.054 Fragebögen; 920 Personen mit Zahlungstagebuch über sieben Tage (10.139 Transaktionen); Personen ab 16 Jahren | 2.071 bereinigte Interviews und Tagebücher über eine Woche (24.621 Zahlungen); Wohnbevölkerung ab 15 Jahren |
| Grundlage der Online-Zahlen | 1.055 Internetzahlungen aus den Tagebüchern | Internetzahlungen aus den Tagebüchern (Zahl der Fälle nicht im Berichtstext genannt) | 3.995 Transaktionen im Distanzgeschäft |
| Was „online“ umfasst | Zahlungen im Internet | Internetzahlungen, auch an Behörden und für größere Käufe | Distanzgeschäft: Onlineshops, Apps und die Bezahlung von Rechnungen |
Zahlungsanteile online
Anteile nach der Zahl der Zahlungen, wenn nicht anders vermerkt. Die Gruppen sind die der jeweiligen Studie.
| Land und Studie | Ergebnis |
|---|---|
| Deutschland, Bundesbank 2025 | Nach Anzahl: Internetbezahlverfahren 50 %, Lastschrift und Überweisung zusammen 30 %, Kreditkarte 15 %, Debitkarte 4 %. Nach Umsatz: Lastschrift und Überweisung 45 %, Internetbezahlverfahren 32 %. Bei den klassischen Verfahren wird die Lastschrift der Anzahl nach deutlich häufiger genutzt als die Überweisung, nach Umsatz haben Überweisungen den höheren Anteil. |
| Österreich, OeNB 2025 | Karten 35 %, Wallets oder Internetbezahlverfahren 30 % (im Text „rund ein Drittel“). Elektronische Überweisungen machen ein Viertel der Internetzahlungen aus, nach Umsatz 62 %; die OeNB nennt als Grund, dass hohe Beträge, etwa beim Wohnungs- oder Autokauf, häufig überwiesen werden. |
| Schweiz, SNB 2025 | Im Distanzgeschäft (Onlineshops, Apps, Rechnungen) werden Zahlungen am häufigsten mit Bezahl-Apps getätigt. Bei der Bezahlung von Rechnungen ist Online Banking das bevorzugte Zahlungsmittel. Die Grafik der SNB weist Bargeld, Debitkarte, Kreditkarte, Bezahl-Apps, Online Banking und sonstige Zahlungsmittel aus; Anteile nennt der Text nicht. |
Bei den Zahlen der Bundesbank gilt: Der Umsatz ist die Summe der erfassten Beträge, und größere Beträge haben dort mehr Gewicht. Deshalb unterscheidet sich die Rangfolge nach Anzahl und nach Umsatz: Ein Verfahren, das oft für kleine Beträge genutzt wird, steht nach Anzahl weiter oben als nach Umsatz.
Was nach Gruppen auffällt
- Deutschland, Alter. Nach der Bundesbank nutzen die 18- bis 24-Jährigen Internetbezahlverfahren für knapp 70 % ihrer Zahlungen im Internet; die Nutzung nimmt mit dem Alter etwas ab. Internetbezahlverfahren sind mit Ausnahme der Gruppe 65 Jahre und älter in jeder betrachteten Altersgruppe das meistgenutzte Verfahren; Lastschrift, Überweisung und Kreditkarte werden mit zunehmendem Alter häufiger genutzt.
- Deutschland, Betrag. Überweisungen werden nach der Bundesbank tendenziell häufiger für höhere Beträge verwendet; bei anderen Zahlungsmitteln zeigt sich kein eindeutiger Zusammenhang mit der Betragshöhe.
- Österreich, Käufer. 67 % der Befragten kaufen laut OeNB im Internet ein, etwa die Hälfte mindestens einmal im Monat.
Mindestangebot je Land: redaktionelle Empfehlung
Die folgende Tabelle ist ein Vorschlag zum Prüfen, keine Aussage der Studien. Sie leitet aus den oben genannten Gruppen ab, welche Arten von Zahlung ein Shop mindestens abdecken kann, wenn er Privatkundschaft im jeweiligen Land anspricht. Welche Anbieter Sie dafür wählen, ist nicht Teil dieses Artikels.
| Land | Zahlungswege des Mindestangebots | Begründung aus den Studien |
|---|---|---|
| Deutschland | Internetbezahlverfahren (Wallet); Lastschrift und Überweisung; Kreditkarte | Diese drei Gruppen machen nach Anzahl 95 % der Internetzahlungen aus (50 + 30 + 15); Lastschrift und Überweisung tragen den größten Umsatzanteil. |
| Österreich | Karte; Wallet oder Internetbezahlverfahren; elektronische Überweisung | Karten und Wallets führen nach Anzahl, Überweisung nach Umsatz. |
| Schweiz | Bezahl-App; Karte (Debit- und Kreditkarte); Überweisung über Online Banking | Die SNB nennt Bezahl-Apps als häufigstes Zahlungsmittel im Distanzgeschäft und Online Banking für Rechnungen; die Karten stehen als gesonderte Zahlungsmittel in der Auswertung. Anteile sind im Berichtstext nicht genannt, die Empfehlung ist deshalb vorsichtiger als in den anderen Ländern. |
Ein Shop, der in mehrere Länder liefert, richtet die Zahlarten nach dem Land der Lieferadresse aus, soweit sein Shopsystem das erlaubt (Zeile „Zahlart pro Land“ in der Anforderungsliste).
So prüfen Sie das Mindestangebot im eigenen Shop
- Legen Sie fest, für welche Länder Sie liefern und welche Kundengruppen Sie ansprechen (Privatpersonen, Geschäftskunden, Altersgruppen).
- Vergleichen Sie Ihr Angebot mit der Tabelle oben: Welcher Weg fehlt?
- Messen Sie nach den ersten Bestellungen den Anteil jeder Zahlart an den Bestellungen und die Quote der Bestellungen, die vor der Zahlung abbrechen, getrennt nach Land.
- Fehlt ein Weg, den ein relevanter Teil Ihrer Kundschaft nutzen würde, rechnen Sie die Kosten der zusätzlichen Zahlart über die Laufzeit (Zahlungsgebühren berechnen).
- Klären Sie vor dem Start je Land die rechtlichen Fragen zu den gewählten Zahlarten; Einstieg: Zahlungsarten im Onlineshop auswählen.
Grenzen der Zahlen
- Die Erhebungen liegen im Herbst 2025; die Anteile verschieben sich. Prüfen Sie vor einer Entscheidung, ob eine neuere Ausgabe vorliegt.
- Die Gruppen sind nicht identisch: Die Bundesbank fasst Lastschrift und Überweisung zusammen, die OeNB trennt Überweisung, und die SNB zählt Rechnungen mit.
- Die OeNB zählt auch Internetzahlungen an Behörden und größere Käufe mit; sie erklärt den hohen Umsatzanteil der Überweisung mit hohen Beträgen. Prüfen Sie, ob Ihre Warenkörbe eher dem Bild nach Anzahl oder dem nach Umsatz entsprechen.