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Mehrsprachiger Shop: Übersetzung, Länderseiten, hreflang

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Kurz gesagt

Für einen mehrsprachigen Shop legen Sie zuerst Sprachen und Regionen fest, dann ein dauerhaftes URL-Muster je Fassung: Länderdomain, Subdomain, Unterverzeichnis oder URL-Parameter. Alle Fassungen verweisen wechselseitig mit hreflang aufeinander. Googles Suchdokumentation (Stand 22. September 2026) wertet einen Verweis nur aus, wenn die Gegenseite zurückverweist; die Sprachwahl sollte der Kunde treffen.

Das Wichtigste

  • URL-Muster je Fassung: Länderdomain, Subdomain, Unterverzeichnis oder URL-Parameter; URL-Parameter sind laut Google nicht empfohlen.
  • Google verlangt in jeder Sprachfassung einen Verweis auf sich selbst und auf alle anderen Fassungen; einseitige Verweise werden ignoriert.
  • hreflang-Wert: Sprachcode nach ISO 639-1, optional Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2; der Regionscode allein ist ungültig.
  • Reservierte Codes wie EU, UN oder UK haben in hreflang keine Wirkung (Google, Stand 22. September 2026).
  • Google empfiehlt eigene URLs je Sprachfassung statt Cookies oder Browsereinstellungen und rät von automatischen Weiterleitungen ab.
  • x-default kennzeichnet die Auffangseite für Sprachen, die keine eigene Fassung haben.

Wer in mehreren Sprachen verkauft, entscheidet zweimal: welche Sprachen und Länder bedient werden und welche Adresse jede Fassung trägt. Ein Wechsel des Musters betrifft später alle Adressen. Der Weg führt von der Festlegung der Fassungen über das URL-Muster zu den hreflang-Verweisen und der Sprachwahl.

Was Sie vorab brauchen

  • eine Zeile je Fassung mit Sprache, Land oder Region, Währung und Liefergebiet
  • die Entscheidung, ob eine Fassung eine Sprache ohne Länderbezug (de) oder Sprache und Land (de-CH) adressiert
  • die Sprach- und Regionscodes nach ISO 639-1 und ISO 3166-1 Alpha 2, die Google unterstützt
  • Zugriff auf Kopfbereich und Sitemap, für den HTTP-Header auch auf die Serverkonfiguration
  • die Adresstypen, die jede Fassung braucht: Startseite, Kategorien, Produkte, Rechtstexte, Hilfeseiten

Sprache und Land: zwei verschiedene Ziele

Google unterscheidet zwei Arten von Websites. Eine mehrsprachige Website bietet Inhalte in mindestens zwei Sprachen; eine multiregionale Website wendet sich ausdrücklich an Nutzer in verschiedenen Ländern. Ein Shop kann beides sein: deutschsprachige Fassungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz, dazu französischsprachige für die Schweiz und Belgien (Google Search Central, „Multiregionale und mehrsprachige Websites verwalten”, Stand 18. Dezember 2025).

Für die Sprache zählt der sichtbare Text; Google bestimmt sie aus dem Inhalt und nutzt dafür weder das lang-Attribut noch die URL (ebd.). Für die Region wertet die Suche mehrere Signale aus: eine länderspezifische Domain wie .de, .at oder .ch, die Angaben aus hreflang, den Serverstandort sowie Hinweise wie eine lokale Adresse, die angezeigte Währung oder Links von lokalen Seiten. Standort-Meta-Tags nutzt sie dafür nicht, und der Crawler wechselt seinen Standort nicht, um Länderfassungen zu finden (ebd.).

Aus beiden Zielen ergibt sich die Struktur: eine eigene Adresse je Fassung, und alle Fassungen derselben Seite zeigen aufeinander.

Die vier URL-Muster im Vergleich

Google beschreibt vier Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen. Die Tabelle gibt sie wieder; die Spalte „Passt, wenn” ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Aussage der Quelle.

Muster Beispiel Vorteile Nachteile Passt, wenn
Länderspezifische Domain (ccTLD) example.de eindeutige geografische Ausrichtung; Serverstandort ohne Bedeutung; einfache Trennung der Websites kostspielig, Verfügbarkeit nicht garantiert; mehr Infrastruktur nötig; teils strenge Vergaberegeln der ccTLD; nur ein Land je Domain Sie Märkte klar trennen und je Land eigene Preise, Sortimente und Kampagnen führen
Subdomain auf einer generischen Domain de.example.com schnell eingerichtet; verschiedene Serverstandorte möglich; einfache Trennung der Websites aus der URL allein ist die geografische Ausrichtung nicht erkennbar, „de” kann Sprache oder Land meinen Sie Fassungen technisch trennen wollen, ohne eine zweite Domain zu führen
Unterverzeichnis auf einer generischen Domain example.com/de/ schnell eingerichtet; geringer Wartungsaufwand, weil alles auf demselben Host läuft geografische Ausrichtung aus der URL nicht erkennbar; ein einziger Serverstandort; Trennung der Websites aufwendiger Sie eine Domain behalten und alle Fassungen von einem Host aus pflegen
URL-Parameter example.com/seite?loc=de in der Dokumentation keine genannt laut Google nicht empfohlen; Unterteilung nach URL schwierig; geografische Ausrichtung aus der URL nicht erkennbar nicht empfohlen; höchstens als Übergang

Google empfiehlt für jede Sprachfassung eine eigene URL statt einer Steuerung über Cookies oder Browsereinstellungen. Im Pfad dürfen lokalisierte Wörter stehen, auch ein internationalisierter Domainname ist möglich; die URL gehört dann in UTF-8 kodiert und beim Verlinken korrekt maskiert.

Schritt für Schritt

Schritt 1: Fassungen festlegen

Schreiben Sie jede Fassung als eigene Zeile: Sprache, Land oder Region, Währung, Liefergebiet. Wird eine Sprache in mehreren Ländern bedient, empfiehlt Google zusätzlich eine Fassung ohne Regionscode, etwa de neben de-DE, de-AT und de-CH; für Sprachen ohne eigene Fassung dient eine Auffangseite mit dem Wert x-default. Rechnen Sie den Pflegeaufwand mit: Jede zusätzliche Fassung bringt eigene Texte und Hilfeseiten mit, die bei jeder Änderung mitgezogen werden müssen (Mehrsprachigkeit im Shopsystem).

Schritt 2: URL-Muster wählen und Adressen planen

Wählen Sie das Muster aus der Tabelle nach den Nachteilen, die Sie tragen können. Nach der Dokumentation erfordert eine länderspezifische Domain mehr Infrastruktur, während ein Unterverzeichnis auf demselben Host läuft und deshalb mit geringerem Wartungsaufwand verbunden ist. Ob Sie je Markt eine eigene Installation betreiben oder alle Fassungen aus einer, ist davon unabhängig und eine eigene Entscheidung. Behalten Sie das Muster bei; ein Wechsel ist ein Umzug aller Adressen und braucht Weiterleitungen (Shop-Relaunch und SEO). Legen Sie die Adressen je Fassung an, bevor die Übersetzung beginnt: Fehlt ein Adresstyp in einer Fassung, führt der Sprachwechsel dorthin auf eine Fehlerseite.

Schritt 3: hreflang einbauen

hreflang sagt Google, welche Adressen lokalisierte Varianten derselben Seite sind. Drei Wege führen dorthin, für die Suche gleichwertig: link-Elemente im Kopfbereich, ein HTTP-Header mit Link-Angaben oder Einträge in der XML-Sitemap. Eine Methode genügt; alle drei parallel zu pflegen bringt der Dokumentation zufolge keinen Vorteil. Der HTTP-Header passt für Dateien ohne HTML, etwa PDF-Preislisten.

Für alle Methoden gelten dieselben Regeln (Google Search Central, Dokumentation zu lokalisierten Seitenversionen, Stand 22. September 2026):

  • Jede Fassung listet sich selbst und alle anderen auf; die Liste ist auf allen Seiten identisch.
  • Die URLs sind vollqualifiziert, mit https:// und Domain, keine relativen Pfade; die Fassungen müssen nicht auf derselben Domain liegen.
  • Verweist eine Seite nicht zurück, wird der Eintrag ignoriert.

Ein Eintrag besteht aus drei Angaben: rel="alternate", hreflang="de-AT" für die Sprach- und Regionskennung und href="https://example.at/seite/" für die vollqualifizierte Zieladresse. Der hreflang-Wert besteht aus dem Sprachcode, optional gefolgt von einem Regionscode. Google unterstützt Sprachcodes nach ISO 639-1 und Regionscodes nach ISO 3166-1 Alpha 2; die Region allein ist ungültig, und reservierte Codes wie EU, UN oder UK haben keine Wirkung.

Schritt 4: Inhalte je Fassung eigenständig halten

Google bestimmt die Sprache einer Seite aus dem sichtbaren Inhalt, nicht aus URL oder lang-Attribut. Deshalb gehört auf jede Seite eine Sprache, auch in Navigation und Fußzeile. Für einen Shop heißt das: Hauptinhalt übersetzen, nicht nur die Vorlage; eine Fassung mit übersetzter Navigation allein gilt nach der Dokumentation weiter als Duplikat der Ausgangsseite.

Als redaktionelle Empfehlung: Führen Sie eine Wörterliste je Warengruppe, damit Produktnamen und Maßeinheiten in allen Fassungen gleich heißen, und lassen Sie die Übersetzung von jemandem prüfen, der die Zielsprache als Muttersprache spricht und die Ware kennt.

Schritt 5: Den Sprachwechsel dem Kunden überlassen

Google rät davon ab, Nutzer automatisch auf eine andere Sprachfassung umzuleiten, etwa nach ihrer vermuteten Sprache, und ebenso davon, Inhalte nach einer IP-Analyse anzupassen. Der Grund steht in der Dokumentation: Solche Varianten werden womöglich nicht gecrawlt, weil der Crawler normalerweise aus den USA kommt und keine Accept-Language-Kopfzeile sendet. Stattdessen gehören auf jede Seite Verweise auf die anderen Fassungen. Die rechtliche Seite einer Weiterleitung behandelt Internationalisierung des Shops.

Schritt 6: Neue Seiten und Sprachen nachtragen

Eine neue Sprachfassung gehört wechselseitig mit der Ausgangsfassung verknüpft; die Dokumentation nennt diesen Verweis auf die tragende Sprache wichtiger als den zwischen zwei neuen Fassungen. Wird eine Seite in der Ausgangssprache angelegt, gehört sie sofort in die hreflang-Liste aller Fassungen. Führen Sie dafür eine Liste der Adressen je Fassung und haken Sie beide Richtungen ab.

So prüfen Sie das Ergebnis

  1. Kopfbereich zweier Fassungen vergleichen: Beide Listen sind identisch und enthalten jeden Eintrag genau einmal, mit Selbstverweis.
  2. Jede URL der Liste öffnen und den Rückverweis prüfen; einseitige Einträge werden nicht ausgewertet.
  3. Codes kontrollieren: Sprachcode nach ISO 639-1, Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2, keine Region ohne Sprache, keine reservierten Codes wie EU.
  4. In der Sitemap nachsehen, ob jede Fassung ein eigenes loc-Element und die xhtml:link-Einträge für alle Fassungen enthält.
  5. Eine Fassung mit fremder Accept-Language-Kopfzeile abrufen und prüfen, dass keine automatische Weiterleitung greift; danach eine Testbestellung je Fassung durchspielen.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Ursache Behebung
Nutzer landen auf der falschen Sprachfassung Weiterleitung nach vermuteter Sprache oder fehlende Verweise Weiterleitung entfernen, Verweise auf alle Fassungen ergänzen
hreflang-Einträge wirken nicht die Gegenseite verweist nicht zurück den fehlenden Rückverweis auf beiden Seiten ergänzen
eine Länderfassung wird nicht erkannt Regionscode fehlt oder ist ungültig, etwa EU oder UK Sprachcode nach ISO 639-1 voranstellen, Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2 verwenden
Suchende bekommen nicht die passende Sprachfassung angezeigt die Sprachfassungen sind nicht wechselseitig verknüpft hreflang-Einträge mit Rückverweis auf beiden Seiten ergänzen; ohne Kennzeichnung kann Google andere Sprachfassungen trotzdem finden, fehlende Rückverweise lassen die hreflang-Angaben aber unbeachtet
eine Adresse fehlt nur in einer Fassung Adressen wurden vor der Übersetzung nicht geplant fehlende Seite anlegen oder aus der hreflang-Liste dieser Seite nehmen

Wann Sie Hilfe holen sollten

Rechtsberatung brauchen Sie für die Sprache der Verbraucherinformationen im Zielland; was dort verlangt wird, steht in Internationalisierung des Shops und in den Länderartikeln. Ihre Steuerberatung ist zuständig, sobald Lieferorte, Währungen oder Preise je Land von den Annahmen im Shop abweichen. Für die Länderauswahl dient Länder auswählen und priorisieren, für Duplikate und Parameter jenseits der Sprache Technisches SEO für Shops.

Häufige Fragen

Reicht eine Übersetzung ohne eigene URL je Sprache?

Google empfiehlt für jede Sprachfassung eine eigene URL und rät davon ab, die Sprache über Cookies oder Browsereinstellungen zu steuern (Dokumentation Stand 18. Dezember 2025). Ohne eigene Adresse kann der Crawler Varianten übersehen. Er kommt normalerweise aus den USA und sendet keine Accept-Language-Kopfzeile.

Kann ich zwei deutschsprachige Fassungen mit de-DE und de-AT unterscheiden?

Ja, der Regionscode steht hinter dem Sprachcode, etwa de-DE und de-AT. Eine Region allein ist ungültig, „de“ ohne Region gilt für deutschsprachige Inhalte unabhängig vom Land. Für mehrere Regionen derselben Sprache empfiehlt Google zusätzlich eine Fassung ohne Regionscode als Auffangziel.

Warum wirkt mein hreflang-Eintrag nicht?

Prüfen Sie zuerst den Rückverweis: Wenn Seite A auf Seite B verweist, gehört auf Seite B ein Verweis auf Seite A. Nach der Dokumentation werden einseitige Einträge nicht ausgewertet. Prüfen Sie danach die Codes: Sprachcode nach ISO 639-1, Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha 2, keine Region ohne Sprache.

Kann ich hreflang nur in der Sitemap führen?

Ja. HTML-Tags, HTTP-Header und Sitemap sind für Google gleichwertig, eine Methode genügt. Bei der Sitemap zählen die xhtml:link-Einträge nicht auf das URL-Limit. Die Datei darf außerdem nur Adressen unterhalb des Verzeichnisses enthalten, aus dem sie gehostet wird; das betrifft die loc-Adressen der Seiten dieser Website. Fassungen auf einer anderen Domain werden über die xhtml:link-Einträge erfasst, nicht über ein eigenes loc-Element.

Quellen

  1. Multiregionale und mehrsprachige Websites verwalten, zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2025Google Search Central · abgerufen am
  2. Lokalisierte Versionen deiner Seiten (hreflang), zuletzt aktualisiert am 22. September 2026Google Search Central · abgerufen am