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ROAS (Return on Ad Spend)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Der ROAS (Return on Ad Spend) ist der einer Anzeige zugerechnete Umsatz geteilt durch die Werbeausgaben; 2,5 heißt 2,50 Umsatz je 1,00 Ausgabe. Er ist keine Gewinngröße: Die kostendeckende ROAS aus 1 geteilt durch die Bruttogewinnmarge deckt nur Wareneinsatz und Werbeausgaben, weitere Kosten sind darin nicht enthalten. Die Rechnung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz dieselbe.

Das Wichtigste

  • ROAS = der Anzeige zugerechneter Umsatz ÷ Werbeausgaben; 2,5 heißt 2,50 Umsatz je 1,00 Ausgabe.
  • Für Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt dieselbe Rechnung; die Währung ändert nur die Einheit.
  • Kostendeckende ROAS = 1 ÷ Bruttogewinnmarge, mit Marge = (Umsatz − Wareneinsatz) ÷ Umsatz.
  • Die kostendeckende ROAS deckt nur Wareneinsatz und Werbeausgaben; weitere Kosten können sie ins Minus drehen.
  • Ein hoher ROAS kann bei kleiner Marge ein Verlust sein; einen allgemeinen Schwellenwert nennt Amazon Ads ausdrücklich nicht.
  • Der ROI rechnet dagegen die Gesamtkosten aus dem Umsatz heraus (Google Ads, Glossar).

Definition

ROAS, kurz für Return on Ad Spend, ist die Kennzahl, die den einer Anzeige oder Kampagne zugerechneten Umsatz auf die dafür eingesetzten Werbeausgaben bezieht. Das Ergebnis ist ein Verhältnis ohne Währung: Ein Wert von 2,5 bedeutet, dass auf jede Einheit Werbeausgaben 2,50 Einheiten zugerechneter Umsatz entfallen (Amazon Ads, Leitfaden Ads Math, abgerufen am 14. Oktober 2026). Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) schreibt die Abkürzung als „Return on Advertising Spend“ und nennt dieselbe Rechnung aus Umsatz geteilt durch Ausgaben (Retail Media Market Guide #1 – 10/24, Stand Oktober 2024).

Wozu die Kennzahl dient

Der Wert macht Werbeausgaben mit dem Umsatz vergleichbar, der ihnen zugerechnet wird, und lässt sich je Kampagne, Anzeigengruppe, Produkt oder Kanal bilden. Er ist eine vorläufige Kennzahl: Nach der Dokumentation von Amazon Ads sagt der ROAS allein nicht, ob eine Kampagne Gewinn bringt, weil die Marge in der Rechnung nicht vorkommt. Für die Steuerung gehört er deshalb neben die übrigen Shop-Kennzahlen im Dashboard.

Der zugerechnete Umsatz hängt von der Zuordnung ab. Der BVDW beschreibt in seinem Retail-Media-Leitfaden drei Ausweisebenen (Marke, Kategorie, Produkt) und nennt dort als Beispiel, nicht als Vorgabe, ein Attributionsfenster von 14 Tagen nach dem Klick und 14 Tagen nach dem Sichtkontakt (Retail Media Market Guide #1 – 10/24, S. 20). Unterschiedliche Ebenen und Fenster können unterschiedlichen Umsatz erfassen; zwei Werte sind deshalb nur bei gleicher Zuordnung vergleichbar.

Formel und Beispielrechnung: die kostendeckende ROAS

Formel: ROAS = zugerechneter Umsatz ÷ Werbeausgaben. Die kostendeckende ROAS (Break-even-ROAS) ist 1 geteilt durch die Bruttogewinnmarge, wobei die Marge als (Umsatz − Wareneinsatz) ÷ Umsatz gerechnet wird. Liegt die Kampagnen-ROAS über diesem Wert, bleibt nach dieser Rechnung ein Gewinn; liegt sie darunter, übersteigt die Werbeausgabe den Rohertrag (Amazon Ads, abgerufen am 14. Oktober 2026). Die Rechnung deckt damit zwei Kostenarten: den Wareneinsatz, der in der Marge steckt, und die Werbeausgaben. Versand-, Zahlungs- und Personalkosten kommen darin nicht vor und können den tatsächlichen Gewinn ins Minus drehen.

Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen:

Angabe Kampagne A Kampagne B
Zugerechneter Umsatz 4.000 Euro 2.500 Euro
Werbeausgaben 1.000 Euro 1.000 Euro
ROAS (Umsatz ÷ Ausgaben) 4,0 2,5
Bruttogewinnmarge 25 Prozent 50 Prozent
Kostendeckende ROAS (1 ÷ Marge) 4,0 2,0
Rohertrag minus Werbeausgaben 0 Euro 250 Euro

Kampagne A hat den höheren ROAS und erreicht genau ihre Gewinnschwelle; Kampagne B ist nach dieser Rechnung profitabel, weil ihre Marge größer ist. Versand-, Zahlungs- oder Personalkosten stehen in der Tabelle nicht. Übersteigen sie den ausgewiesenen Rohertrag von 250 Euro, ist Kampagne B trotz dieses Überschusses ein Verlust. Wer diese Kosten in die Marge einrechnet, erhält eine kleinere Marge und damit nach derselben Formel eine höhere kostendeckende ROAS.

Woher die Kennzahl kommt

Der ROAS gehört zur Erfolgsmessung von Werbung und steht in der Dokumentation der Anzeigenplattformen sowie in den Metrik-Übersichten des BVDW (Stand Oktober 2024). Weil Zähler und Nenner in derselben Währung stehen, trägt der Wert selbst keine Einheit: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt dieselbe Formel, gerechnet wird in Euro oder Franken. In den für diesen Artikel geöffneten Quellen steht keine Vorschrift zur Höhe oder zur Berechnung des ROAS.

Nicht zu verwechseln mit

  • Return on Investment (ROI): Der ROI zieht die Gesamtkosten vom Umsatz ab und teilt den Rest durch die Gesamtkosten (Google Ads, Glossar „Return on Investment (ROI): Definition“, abgerufen am 14. Oktober 2026). Er misst damit einen Gewinn; der ROAS stellt dagegen Umsatz und Werbeausgaben gegenüber und lässt die Marge außen vor.
  • Kundenakquisitionskosten (CAC): die durchschnittlichen Kosten je Neukunde (Kundenakquisitionskosten); ein Kostensatz, kein Verhältnis von Umsatz zu Werbeausgaben.
  • Warenkorbwert: der durchschnittliche Umsatz je Bestellung (Warenkorbwert); ein Wert je Bestellung, nicht je Einheit Werbeausgabe.
  • Conversion-Rate: der Anteil der Shop-Besuche, die zu einer Bestellung führen (Conversion-Rate); sie beschreibt die Wirkung vor dem Verhältnis von Umsatz und Werbeausgaben.

Häufige Fragen

Ist ein ROAS von 4 gut?

Das hängt von der Marge ab, nicht vom Wert allein. Bei 25 Prozent Bruttogewinnmarge liegt die kostendeckende ROAS bei 1 ÷ 0,25 = 4,0; darüber bleibt in dieser Rechnung Gewinn. Bei 50 Prozent Marge genügt 2,0. Die Rechnung deckt nur Wareneinsatz und Werbeausgaben; Versand-, Zahlungs- oder Personalkosten stehen nicht darin. Einen allgemeinen Schwellenwert nennt die Dokumentation von Amazon Ads ausdrücklich nicht.

Rechne ich den ROAS mit dem Umsatz oder mit dem Gewinn?

Mit dem Umsatz, der den Anzeigen zugerechnet wird. Erträge aus anderen Kanälen gehören nicht hinein, Kosten ebenfalls nicht. Der Gewinn kommt erst über die Marge ins Spiel, deshalb ist der ROAS keine Gewinnkennzahl. Den Gewinn im Verhältnis zu den Kosten zeigt der ROI.

Warum weicht mein ROAS von dem der Plattform ab?

Weil der Umsatz unterschiedlich zugeordnet wird. Der BVDW nennt in seinem Retail-Media-Leitfaden als Beispiel (nicht als Vorgabe) 14 Tage nach dem Klick und 14 Tage nach dem Sichtkontakt und führt drei Ausweisebenen: Marke, Kategorie und Produkt. Unterschiedliche Ebenen und Fenster können unterschiedliche Werte ergeben. Vergleichen Sie deshalb nur Werte mit gleicher Zuordnung und gleichem Zeitraum.

Quellen

  1. Ads Math: Ein vereinfachter Ansatz zum Verständnis der vollständigen Auswirkungen Ihrer saisonalen Werbeanzeigen, Abschnitt ROAS-Rentabilität verstehen (Kapitel im Anzeigenstrategiehandbuch für Feiertagsmarketing 2025)Amazon Ads · abgerufen am
  2. Retail Media Market Guide #1 – 10/24, Abschnitt Standards & Metriken (Conversion Metriken „Lower Funnel“ – Part 2: ROAS), Stand Oktober 2024Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. · abgerufen am
  3. Return on Investment (ROI): Definition, Google Ads-Hilfe, GlossarGoogle · abgerufen am