Warenkorbwert (AOV)
Kurz gesagt
Der Warenkorbwert, englisch Average Order Value (AOV), ist der durchschnittliche Umsatz je Bestellung in einem Zeitraum; gerechnet wird er als Umsatz der gezählten Bestellungen geteilt durch deren Zahl. Die Zahl ist betriebsindividuell: Sie hängt von Sortiment und Preisen ab und davon, welche Umsätze und Bestellungen mitgezählt werden. Für den Vergleich mit anderen Shops ist sie nur bedingt geeignet; sinnvoll ist der eigene Wert über mehrere Perioden mit gleicher Abgrenzung.
Das Wichtigste
- Der Warenkorbwert ist der Umsatz der gezählten Bestellungen geteilt durch die Zahl der Bestellungen; er gilt je Bestellung, nicht je Position.
- Gerechnet wird in der Währung des Berichts.
- Versandkosten, Rabatte, Storni und Retouren ändern den Wert; die Abgrenzung gehört in den Bericht.
- 64,8 Prozent von 247 befragten Onlineshops boten kostenlosen Versand ab Mindestbestellwert an (FHNW 2026, Schwerpunkt Schweiz).
- 62,3 Prozent derselben Befragung empfahlen zusätzliche Produkte (Cross-Selling, FHNW 2026).
Definition
Warenkorbwert ist eine Kennzahl des Shop-Controllings und beschreibt den durchschnittlichen Umsatz einer abgeschlossenen Bestellung in einem festgelegten Zeitraum. Der englische Begriff lautet Average Order Value (AOV).
Die Wirtschaftskammer Österreich führt den durchschnittlichen Warenkorbwert (AOV) in ihrer KPI-Übersicht für den Onlinehandel als durchschnittliche Bestellhöhe. Die Google-Ads-Hilfe beschreibt den durchschnittlichen Bestellwert als durchschnittlichen Umsatz pro Bestellung und rechnet ihn als Umsatz geteilt durch die Anzahl der Bestellungen; ihre Angabe bezieht sich auf anzeigenzugeordnete Bestellungen. Welche Bestellungen in Ihre Zahl eingehen, legen Sie für Ihren Shop fest.
Wozu die Kennzahl dient
Der Wert ordnet den Umsatz an der Zahl der Bestellungen ein und macht Zeiträume mit unterschiedlich vielen Bestellungen vergleichbar. Er ist ein Durchschnitt, kein Preisniveau: Ein Shop mit wenigen teuren Bestellungen und einer mit vielen günstigen können denselben Wert erreichen.
Für die Zahl zählt die Abgrenzung, und die treffen Sie selbst. Sie entscheiden, ob Versandkosten und Rabatte im Umsatz stecken, ob Storni und Retouren abgezogen werden und ob Gastbestellungen mitzählen. Wer die Kennzahl in einem Shop-Kennzahlen-Dashboard führt, hält Zeitraum und Abgrenzung im Bericht fest.
Formel und Beispielrechnung
Formel: Warenkorbwert = Umsatz aus Bestellungen ÷ Zahl der Bestellungen. Dieselbe Rechenregel nennt die Google-Ads-Hilfe für den durchschnittlichen Bestellwert.
Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen für ein Quartal:
| Umsatzbasis | Bestellungen | Rechnung | Warenkorbwert (Euro) |
|---|---|---|---|
| Umsatz inklusive Versandkosten: 96.000 Euro | 1.600 | 96.000 ÷ 1.600 | 60,00 |
| Umsatz ohne Versandkosten: 93.600 Euro | 1.600 | 93.600 ÷ 1.600 | 58,50 |
| Umsatz ohne Versandkosten, nach Retouren und Stornos: 85.600 Euro | 1.500 | 85.600 ÷ 1.500 | 57,07 |
Derselbe Quartalsumsatz ergibt je nach Abgrenzung 57,07 bis 60,00 Euro je Bestellung; im dritten Fall fällt der Wert, weil der Umsatz stärker zurückgeht als die Zahl der Bestellungen. Welche Zeile Sie berichten, entscheidet die Abgrenzung, nicht das Geschäft.
Welche Maßnahmen Shops einsetzen
Nach der Onlinehändlerbefragung 2026 der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Feldzeit 15. April bis 31. Juli 2026; 473 Onlineshops, 403 davon aus der Schweiz) boten 64,8 Prozent der 247 Antwortenden kostenlosen Versand ab Mindestbestellwert an und 62,3 Prozent empfahlen ergänzende Produkte. Beide Werte beschreiben die befragten Betriebe; sie messen keine Wirkung auf den Warenkorbwert.
Nicht zu verwechseln mit
- Umsatz: der Gesamterlös eines Zeitraums, ohne Division durch die Zahl der Bestellungen.
- Conversion-Rate: das Verhältnis von Bestellungen zu Aufrufen oder Sitzungen; sie zeigt, wie oft gekauft wird, nicht wie viel (Conversion-Rate).
- Warenkorb der Verbraucherpreisstatistik: die Güterliste, mit der Destatis (rund 700 Güterarten), Statistik Austria (mehr als 750) und das Bundesamt für Statistik die Teuerung messen. Gemeint ist die Liste der Statistik, nicht der Warenkorb eines Onlineshops.