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Storefront (Shop-Frontend)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Der Storefront (Shop-Frontend) ist die Oberfläche eines Onlineshops, die der Kundschaft dient: Artikelseiten, Suche, Warenkorb und Kasse im Browser oder in der App. Die Anwendung auf dem Server stellt diese Oberfläche bereit und liefert sie aus; Artikel-, Preis- und Bestandsdaten führt der Storefront nicht selbst. Diese Anwendung mit den Geschäftsregeln heißt Backend und kann mehrere Storefronts bedienen.

Das Wichtigste

  • Die Anwendung auf dem Server liefert die Bedienoberfläche an Browser oder App auf dem Gerät der Kundschaft aus.
  • Ob Inhalt, Darstellung und Interaktion im Client oder auf dem Server zusammengeführt werden, ist eine Frage des Entwurfs.
  • Das Backend führt Preise, Bestände und Bestellungen; der Storefront zeigt sie an und nimmt Eingaben entgegen.
  • Storefront und Backend sind über Schnittstellen verbunden; HTTP ist ein Client-Server-Protokoll (RFC 9110).
  • Der BSI-Baustein APP.3.1 beschreibt Webanwendungen; er ist eine Empfehlung und bindet erst über Recht oder Vertrag.
  • Ob ein Storefront mit dem Shopsystem mitgeliefert wird oder getrennt entsteht, ist eine Frage des Aufbaus, nicht des Begriffs.

Definition

Storefront (Shop-Frontend) ist die Oberfläche eines Onlineshops, die der Kundschaft dient. Sie zeigt Inhalte und nimmt Eingaben entgegen; die Artikel-, Preis- und Bestandsdaten führt sie nicht selbst, sie kommen aus der Anwendung auf dem Server. Der Begriff meint damit die Kundensicht auf den Shop, nicht den ganzen Shop.

Wie Storefront und Backend zusammenspielen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt Webanwendungen als Anwendungen auf einem Server, die Dokumente und Bedienoberflächen, etwa Eingabemasken, bereitstellen und diese auf Anfrage an Programme auf den Clients ausliefern, wie z. B. an Webbrowser (IT-Grundschutz, APP.3.1). Zum Betrieb nennt der Baustein als übliche Komponenten Webserver, Applikationsserver und über Schnittstellen angebundene Datenquellen wie Datenbanken.

Die Anfrage regelt HTTP: Es ist ein Client-Server-Protokoll, das anfragende Programm heißt User Agent, die Gegenseite Origin Server (RFC 9110, Abschnitte 3.3, 3.5 und 3.6). Ob die Oberfläche fertig aufbereitet vom Server kommt oder das Programm auf dem Gerät sie zusammensetzt, bleibt dem Entwurf überlassen: Die W3C-Webarchitektur führt die Trennung von Inhalt, Darstellung und Interaktion als bewährte Vorgehensweise und beschreibt die Zusammenführung als Skala von „der Client macht alles“ bis „der Server macht alles“ (W3C, Architecture of the World Wide Web, Abschnitt 4.3).

Der Unterschied zum Backend

Diese Gegenüberstellung zeigt, wer was tut:

Merkmal Storefront (Shop-Frontend) Backend
Aufgabe zeigt Artikel, Preise und Bestände, nimmt Eingaben entgegen führt Daten und Abläufe, prüft Preise, Bestände und Bestellungen
Ort wird von der Anwendung auf dem Server bereitgestellt und an Browser oder App auf dem Gerät der Kundschaft ausgeliefert läuft auf einem Server, mit angebundenen Datenquellen wie einer Datenbank
Verbindung fragt Daten über Schnittstellen ab und gibt Eingaben über Schnittstellen zurück gibt Daten über Schnittstellen heraus und nimmt Eingaben über Schnittstellen entgegen
Zugang richtet sich an die Kundschaft des Shops richtet sich an die Shop-Anwendung selbst

Das Wort Backend steht in dieser Beschreibung für die Anwendung auf dem Server, die Daten und Geschäftsregeln führt. In einem Angebot kann derselbe Begriff für andere Teile des Systems stehen; klären Sie dort, worauf er sich bezieht.

Ein Beispiel

Beispiel: Auf der Artikelseite eines Shops steht der Preis 39,90 Euro. Diesen Wert hat der Storefront nicht gespeichert; er kommt bei jedem Aufruf aus der Shop-Anwendung. Ändert der Betrieb den Preis im Backend auf 34,90 Euro, zeigt dieselbe Seite beim nächsten Aufruf 34,90 Euro.

Nicht zu verwechseln mit

  • Headless Commerce: beschreibt die Trennung von Storefront und Backend-Logik, nicht die Oberfläche selbst. Siehe Headless Commerce.
  • API-first und MACH: API-first verlangt die Schnittstelle vor der Anwendung; der Storefront bezieht seine Daten über diese Schnittstellen. Siehe API-first und MACH.
  • Onlineshop: der ganze Shop mit Warenwirtschaft, Zahlung und Versand; der Storefront ist der Teil davon, den die Kundschaft sieht.

Häufige Fragen

Ist der Storefront dasselbe wie die Website des Shops?

Nein. Storefront meint die Shop-Oberfläche, nicht jede Seite einer Website; dieselbe Shop-Anwendung kann daneben weitere Oberflächen bedienen, etwa eine App. Alle diese Oberflächen holen ihre Daten aus derselben Anwendung.

Muss ich für einen neuen Storefront das Shopsystem wechseln?

Das hängt davon ab, ob die bestehende Anwendung ihre Daten über dokumentierte Schnittstellen herausgibt und ob sie sich für eine andere Oberfläche anpassen oder erweitern lässt. Im Angebot lässt sich das mit einer Testabfrage klären: Lassen sich Artikel mit Preis und Bestand über eine dokumentierte Schnittstelle abrufen? Ist das möglich, kann eine neue Oberfläche auf die bestehende Anwendung aufsetzen; ist es nicht möglich, klären Sie mit dem Anbieter, welcher Anpassungs- oder Wechselaufwand entsteht.

Quellen

  1. IT-Grundschutz-Kompendium, Baustein APP.3.1 Webanwendungen und Webservices (Edition 2023), Abschnitt 1.1 EinleitungBundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Deutschland · abgerufen am
  2. RFC 9110: HTTP Semantics (STD 97, Juni 2022), Abschnitte 3.3 Connections, Clients, and Servers, 3.5 User Agents und 3.6 Origin ServerInternet Engineering Task Force (IETF) · abgerufen am
  3. Architecture of the World Wide Web, Volume One, W3C Recommendation vom 15. Dezember 2004, Abschnitt 4.3 Separation of Content, Presentation, and Interaction (Good practice; Zusammenführung der drei Teile von „der Client macht alles“ bis „der Server macht alles“)World Wide Web Consortium (W3C) · abgerufen am
  4. MACH Maturity Assessment (Whitepaper, PDF, 2023), Seite 1: Definition der vier Bausteine, darunter Headless als Entkopplung von Frontend und Backend-LogikMACH Alliance · abgerufen am