Composable Commerce
Kurz gesagt
Composable Commerce ist ein Aufbau eines Onlineshops, bei dem die Funktionen des Shops als einzelne Dienste laufen und über Programmierschnittstellen zusammengesetzt werden. Die MACH Alliance beschreibt dafür drei Schichten: Datenintegration, Datenorchestrierung und die Erlebnisschicht mit dem Frontend. Ihre Vorgaben sind offene Standards eines Branchenverbands, keine Rechtsnorm, und gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleich.
Das Wichtigste
- Composable Commerce setzt einen Shop aus mehreren Diensten zusammen, die über Schnittstellen zusammenarbeiten.
- Die MACH-Referenzarchitektur ordnet die Bausteine in drei Schichten: Datenintegration, Datenorchestrierung und Erlebnisschicht.
- Die Plattformliste der MACH Alliance nennt Typen wie Commerce-Engine, PIM, CMS, Suche, Zahlungsdienstleister und Order-Management.
- Nach den MACH Principles lässt sich ein Baustein austauschen, wenn er dokumentiert, unabhängig beobachtbar und übertragbar ist und seine Schnittstellen standardbasiert und interoperabel sind.
- Die Dokumente stammen von der MACH Alliance, einem Branchenverband, und sind keine Norm.
Definition
Composable Commerce ist ein Aufbau eines Onlineshops, bei dem nicht eine Anwendung alle Aufgaben übernimmt, sondern mehrere eigenständige Dienste über Schnittstellen zusammenspielen. Getrennt werden können etwa Katalog, Suche, Warenkorb, Zahlung und Bestellabwicklung.
Was die Trennung leisten soll
Die MACH-Referenzarchitektur setzt bei der Entkopplung an: Jede Schicht und jede Komponente soll sich unabhängig weiterentwickeln lassen, sodass ein Dienst ersetzt oder vergrößert werden kann, ohne die übrigen anzufassen. Die MACH Principles nennen für einen solchen Austausch dokumentierte, unabhängig beobachtbare und übertragbare Komponenten sowie Schnittstellen, die auf Standards beruhen und interoperabel sind. Der Aufwand liegt dafür an den Übergängen: Jede Schnittstelle braucht ein Format, ein Zeitlimit und eine Zuständigkeit. Ob sich das lohnt, hängt von der Zahl Ihrer Oberflächen und Märkte und vom Änderungstakt der einzelnen Funktionen ab; die Risiken behandelt Bausteine und Betriebsrisiken.
Die Bausteine
Die MACH-Referenzarchitektur ordnet die Bausteine in drei Schichten.
| Schicht | Aufgabe | Beispiele |
|---|---|---|
| Datenintegration | verbindet die Systeme, in denen die Stammdaten ruhen | ERP, CRM, Auftragsverwaltung, Finanzsysteme |
| Datenorchestrierung | führt Inhalte, Handel und Suche zusammen | Schnittstellen, Gateways, Dienste |
| Erlebnisschicht (Digital Experience Composition und Frontend) | bedient die Oberflächen Ihrer Kundschaft | Webshop, App, Kassensystem im Laden, Selbstbedienung |
Die Plattformliste der MACH Alliance nennt dazu Typen wie Commerce-Engine, PIM, CMS, Suche und Zahlungsdienstleister; jeder Typ kann ein eigener Baustein sein, muss aber nicht.
Ein Beispiel
Beispiel: Ein Shop mit 1.800 Artikeln führt einen Webshop und eine App. Die Artikeldaten stammen aus einem PIM, die Suche läuft als eigener Dienst, die Zahlung über einen Zahlungsdienstleister. Wird die Suche ausgewechselt, ändern sich Webshop und App nur an der Schnittstelle; Katalog, Warenkorb und Bestellabwicklung bleiben unverändert.
Woher die Bausteine kommen
Die Beschreibung stammt aus der Anbieterbranche: Die MACH Alliance, nach eigener Darstellung eine herstellerneutrale Branchenorganisation, führt in ihrem offenen Standard-Repository die Referenzarchitektur samt Schichten und Plattformtypen sowie ein Offenes Datenmodell mit Entitäten für Produkt, Kunde, Bestellung und Zahlung. Diese Dokumente sind keine Norm; für Ihren Betrieb zählen die Zusagen des Anbieters.
Nicht zu verwechseln mit
- Headless Commerce trennt nur Oberfläche und Shop-Logik, nicht das Zusammenspiel mehrerer Dienste. Siehe Headless Commerce.
- API-first und MACH benennt vier Eigenschaften eines einzelnen Bausteins. Siehe API-first und MACH.
- Monolith bündelt alle Funktionen in einer Anwendung. Siehe Monolith oder Headless.