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Förderung für den Onlineshop: Programme in DACH

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Kurz gesagt

Zuschüsse gibt es für Beratung und für Digitalisierungsvorhaben; das österreichische KMU.DIGITAL förderte im Modul Umsetzung auch den Aufbau eines Webshops, ist aber für 2024–2026 ausgeschöpft. Bei BAFA, KfW, Digitalbonus.Bayern und der SFG muss der Antrag vor dem Projektbeginn gestellt sein; in Bayern dürfen Sie nach der Eingangsbestätigung auf eigenes Risiko beginnen. De-minimis-Beihilfen bleiben bei 300.000 Euro in drei Jahren je einzigem Unternehmen – einschließlich verbundener Unternehmen – und je gewährendem Mitgliedstaat; in der Schweiz gilt diese EU-Grenze nicht.

Das Wichtigste

  • Förderkredite der KfW laufen über die Hausbank, Zuschüsse über das Antragsportal der bewilligenden Stelle.
  • Der KfW-Kredit StartGeld fördert außer natürlichen Personen nur kleine Unternehmen: weniger als 50 Mitarbeiter und höchstens 10 Mio. Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme.
  • Bei BAFA, KfW, Digitalbonus.Bayern und SFG muss der Antrag vor dem Projektbeginn gestellt sein; in Bayern dürfen Sie nach der Eingangsbestätigung auf eigenes Risiko beginnen.
  • De-minimis-Grenze der EU: 300.000 Euro in drei Jahren je einzigem Unternehmen, einschließlich verbundener Unternehmen, und je gewährendem Mitgliedstaat (Verordnung (EU) 2023/2831).
  • Bayern nimmt Standard-Webshops aus; der Digitalbonus Standard zahlt dort bis 7.500 Euro.
  • KMU.DIGITAL förderte auch den Aufbau eines Webshops; das Budget 2024–2026 ist ausgeschöpft.

Förderprogramme für den Onlineshop greifen an drei Stellen: an der Beratung, an der Digitalisierung von Prozessen und an der Finanzierung. Zuschüsse übernehmen einen Teil der Ausgaben, Förderkredite verbilligen die Finanzierung über die Hausbank, Bürgschaften erleichtern einen Bankkredit. Die Bedingungen, die am 14. Oktober 2026 auf den Seiten der bewilligenden Stellen stehen, folgen hier.

Wofür es Förderung gibt

Zwei Regeln kehren in den Programmen dieser Übersicht wieder:

  1. Der Antrag ist vor dem Beginn des Vorhabens zu stellen. Beim BAFA, bei den beiden KfW-Produkten, beim Digitalbonus.Bayern und bei der SFG steht das ausdrücklich in den Bedingungen; bei Innosuisse beginnt die Vorstudie nach der Bewilligung. In Bayern gilt eine Maßnahme als begonnen, sobald eine rechtsverbindliche Bestellung ausgelöst oder ein Auftrag erteilt wird, auch mündlich; wer die Eingangsbestätigung per E-Mail erhalten hat, darf auf eigenes Risiko beginnen und Verträge abschließen.
  2. Zuschüsse sind Beihilfen. Wird eine Förderung als De-minimis-Beihilfe gewährt, darf ein einziges Unternehmen in drei Jahren insgesamt 300.000 Euro erhalten; als ein einziges Unternehmen gelten nach Art. 2 Abs. 2 der Verordnung auch verbundene Unternehmen, und der Betrag gilt je gewährendem Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung (EU) 2023/2831, in Kraft seit 1. Januar 2024). Eine De-minimis-Beihilfe darf zudem mit anderen staatlichen Beihilfen für dieselben beihilfefähigen Kosten nur kumuliert werden, solange die höchste einschlägige Beihilfeintensität oder der höchste einschlägige Beihilfebetrag aus einer Gruppenfreistellungsverordnung oder einem Beschluss der Kommission nicht überschritten wird (Art. 5 Abs. 3). Die Verordnung ist an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union gerichtet; in der Schweiz gilt sie nicht.

In den Zuschussprogrammen sind förderfähige Ausgaben Leistungen Dritter: Beratungshonorare, Software und die Einführung der Lösung. Die Kredite der KfW finanzieren daneben Investitionen und Betriebsmittel wie Mieten und Personal. Bayern nimmt Standard-Webshops, also gewöhnliche Shopvorlagen, Standard-Online-Marketing, Grafik und Text sowie den eigenen Personal-, Verwaltungs- und Reiseaufwand aus. Anders das österreichische KMU.DIGITAL: Sein Modul Umsetzung nannte in der Richtlinie unter anderem den Aufbau eines Webshops und das kundenspezifische Setup eines Webshops als förderbare Projekte, verlangte dafür aber eine aktivierungspflichtige Neuinvestition und eine vorher geförderte Beratung.

Die Programme im Überblick

Die Tabelle ordnet die Programme nach Land. Antragsberechtigte, Beträge und Antragsweg folgen der jeweils verlinkten Programmseite, dem Merkblatt oder der Richtlinie, Stand 14. Oktober 2026.

Programm Land Antragsberechtigt Höhe Antragsweg
Förderung von Unternehmensberatungen für KMU, BAFA Deutschland KMU mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland, weniger als 250 Beschäftigte und höchstens 50 Mio. Euro Jahresumsatz oder 43 Mio. Euro Bilanzsumme; bei Beschäftigtenzahl und Umsatz oder Bilanzsumme sind Partnerunternehmen und verbundene Unternehmen einzurechnen; wer weniger als ein Jahr am Markt ist, braucht ein Informationsgespräch 50 Prozent der Beratungskosten, höchstens 1.750 Euro; in den neuen Bundesländern ohne Berlin und Region Leipzig sowie in den Regionen Lüneburg und Trier 80 Prozent, höchstens 2.800 Euro; förderfähig bis 3.500 Euro Beratungskosten Online-Antrag beim BAFA vor dem Vertragsabschluss mit dem Beratungsunternehmen, Verwendungsnachweis binnen sechs Monaten nach dem Informationsschreiben; Richtlinie bis 31. Dezember 2026
ERP-Förderkredit Digitalisierung 511/512 mit ERP-Förderzuschuss, KfW Deutschland Freiberufler, Einzelunternehmen, KMU und mittelständische Unternehmen mit höchstens 500 Mio. Euro Jahresgruppenumsatz und Sitz in Deutschland; Stufe 1 nur Freiberufler und KMU nach Digitalisierungs-Check Kredit bis 7,5 Mio. Euro in Stufe 1, bis 25 Mio. Euro in den Stufen 2 und 3; Zuschuss 3 Prozent (LevelUp) oder 5 Prozent (HighEnd) auf den ausgezahlten Kreditbetrag, höchstens 200.000 Euro Antrag über die Hausbank vor dem Vorhabenbeginn; den Zuschuss zusammen mit dem Kredit beantragen
ERP-Gründerkredit – StartGeld 067, KfW Deutschland Natürliche Personen, die gründen, ein Unternehmen übernehmen oder Festigungsmaßnahmen mit einem Vorhabensbeginn innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit durchführen; dazu kleine Unternehmen im Sinne der EU-Definition, auch kleine gemeinwohlorientierte Unternehmen: weniger als 50 Mitarbeiter und höchstens 10 Mio. Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme, unabhängig von Unternehmen, die diese Kriterien nicht erfüllen, ohne unmittelbare oder mittelbare Beteiligung von Kreditinstituten, Versicherungen oder vergleichbaren Finanzinstitutionen von mehr als 25 Prozent; mittlere und große Unternehmen und Unternehmen, die vor mehr als fünf Jahren ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, sind ausgeschlossen; Sitz des Unternehmens und Ort der Investition in Deutschland Kredit bis 200.000 Euro, Laufzeit bis zehn Jahre mit zwei tilgungsfreien Jahren Antrag über den Finanzierungspartner, etwa die Hausbank, vor dem Beginn des Vorhabens
Digitalbonus.Bayern, Standard und Plus Deutschland, Bayern kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern, weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Mio. Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme; Freie Berufe, Landwirtschaft und weitere Gruppen sind ausgeschlossen Standard bis 7.500 Euro, Plus bis 30.000 Euro für Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt; jeweils bis 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, die mindestens 4.000 Euro betragen müssen; Standard-Webshops sind ausgenommen Antrag über das ELSTER-Unternehmenskonto, monatliches Kontingent; nach der Eingangsbestätigung per E-Mail dürfen Sie auf eigenes Risiko beginnen und Verträge abschließen, bereits begonnene Maßnahmen sind nicht förderfähig; Laufzeit bis 31. Dezember 2027
KMU.DIGITAL 4.0, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus mit der Wirtschaftskammer Österreich Österreich KMU mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich; reine Digitalunternehmen, Land- und Forstwirtschaft sowie gemeinnützige Vereine sind ausgeschlossen Beratung: 80 Prozent bis 400 Euro je Status- und Potentialanalyse und 50 Prozent bis 1.000 Euro je Strategieberatung, insgesamt höchstens 3.000 Euro je Förderschiene; Umsetzung: maximal 30 Prozent der förderbaren Kosten bei einem Kostenkorridor von 2.000 bis 30.000 Euro (exklusive Umsatzsteuer), höchstens 6.000 Euro je Förderschiene, nur nach vorheriger geförderter Beratung; förderbare Projekte laut Richtlinie: unter anderem Aufbau eines Webshops und kundenspezifisches Setup eines Webshops Antrag über das Portal kmudigital.at; das Budget der Periode 2024–2026 ist ausgeschöpft, eine Antragstellung ist nicht mehr möglich, ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt
aws Digitalisierung Österreich Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich; die Zielgruppe steht in der jeweiligen Ausschreibung, im Überblick Sachgüterproduktion und produktionsnahe Dienstleistungen nicht rückzahlbarer Zuschuss nach der jeweiligen Ausschreibung, im Überblick bis 150.000 Euro Antrag über den aws Fördermanager vor Projektbeginn; auf der Übersichtsseite waren am 14. Oktober 2026 alle genannten Calls geschlossen
Lebens!Nah, SFG Österreich, Steiermark Nahversorgungsbetriebe mit Standort in der Steiermark, die mehr als die Hälfte der in Rechnung gestellten Leistungen Privatkundinnen und Privatkunden berechnen: Kleinstbetriebe in Gewerbe und Handwerk, Einzelhandel und Dienstleistungen, Kleinbetriebe nur in den Lebensmittelbranchen Bäckerei, Fleischerei, Konditorei und Lebensmittelhandel mit Vollsortiment; Handelsunternehmen ohne stationäres Geschäft sowie Tourismus-, Gastronomie- und Landwirtschaftsbetriebe sind ausgeschlossen Digitalisierung: 30 Prozent der anrechenbaren Kosten bei mindestens 3.000 Euro anrechenbaren Kosten, höchstens 2.500 Euro je Projekt; Investitionsvorhaben ab 20.000 Euro Projektvolumen Antrag über das SFG-Förderungsportal vor Projektbeginn; ausgezahlt wird nach Projektende
Innovationsscheck, Innosuisse Schweiz Umsetzungspartner mit weniger als 250 Vollzeitäquivalenten – bei Konzerngesellschaften zählt der gesamte Konzern – und Sitz in der Schweiz (UID-Nummer), der einen Schweizer Forschungspartner beistellt und in den letzten zwei Jahren keine Gutschrift für eine Vorstudie erhalten hat; die Idee muss neuartig sein bis CHF 15’000, 100 Prozent der Kosten des Forschungspartners Gesuch jederzeit über das Eingabeportal von Innosuisse, Entscheid in der Regel nach vier bis sechs Wochen, Abschluss der Vorstudie binnen sechs Monaten
Bürgschaft einer Bürgschaftsgenossenschaft Schweiz KMU mit Sitz in der Schweiz, die einen Bankkredit für Gründung, Investition oder Nachfolge brauchen Bürgschaft für Kredite bis CHF 1 Mio.; der Bund sichert bis 65 Prozent des Ausfallrisikos der Genossenschaft Antrag direkt bei der regionalen Genossenschaft oder bei der Genossenschaft für Frauen

Beim BAFA wird der Zuschuss bei fehlender Vorsteuerabzugsberechtigung seit 15. November 2025 auf den Bruttorechnungsbetrag berechnet. Ein Programm kann vor seinem Stichtag schließen: KMU.DIGITAL meldet ein ausgeschöpftes Budget für die Periode 2024–2026, und die aws-Übersicht verzeichnete am 14. Oktober 2026 nur geschlossene Calls. Klären Sie den Status, bevor Sie den Antrag einplanen.

In Österreich und in der Schweiz kommen Programme des Landes oder des Kantons dazu. Der Kanton Zürich nennt für KMU ein Unternehmensportal und ein KI-Programm mit dem Swiss Data Science Center; ob Ihr Bundesland oder Ihr Kanton einen Zuschuss führt, klären Sie bei der Wirtschafts- oder Standortförderung. Den Eigenanteil setzen Sie in die Kostenplanung ein, die Was ein Onlineshop kostet und der Businessplan mit Finanzplan beschreiben.

Ein Rechenbeispiel

Angenommen, ein bayerischer Händler mit zwölf Beschäftigten und vier Millionen Euro Jahresumsatz ist antragsberechtigt und lässt die Anbindung zwischen Shop und Warenwirtschaft einführen; die förderfähigen Ausgaben betragen 14.000 Euro. Der Digitalbonus Standard übernimmt 50 Prozent, also 7.000 Euro, und bleibt unter dem Höchstbetrag von 7.500 Euro. Der Betrieb trägt 7.000 Euro selbst.

Wären die Ausgaben 20.000 Euro, ergäbe die Quote 10.000 Euro; ausgezahlt würden wegen des Höchstbetrags 7.500 Euro. Digitalbonus Plus mit bis zu 30.000 Euro wirkt erst bei größeren Vorhaben: Bei einer Quote von 50 Prozent ist dieser Höchstbetrag erst bei 60.000 Euro Ausgaben erreicht. Die Zahlen sind erfundene Annahmen (Beispielrechnung) und ersetzen kein Angebot.

Typische Fehler

  • Vor dem Antrag bestellen. In Bayern gilt eine Maßnahme als begonnen, sobald Sie eine rechtsverbindliche Bestellung auslösen oder einen Auftrag erteilen, auch mündlich; bereits begonnene Maßnahmen sind nicht förderfähig. Nach der Eingangsbestätigung per E-Mail dürfen Sie dagegen auf eigenes Risiko beginnen und Verträge abschließen.
  • Den Programmstatus nicht prüfen. KMU.DIGITAL nannte den Aufbau eines Webshops als förderbares Projekt, meldet aber ein ausgeschöpftes Budget; Bayern gibt sein Kontingent monatlich frei, andere Programme schließen vor dem Stichtag.
  • Größe, Branche und Standort nicht prüfen. Bayern fördert kleine Unternehmen bis 10 Mio. Euro Umsatz oder Bilanzsumme, die Steiermark Nahversorgungsbetriebe mit stationärem Geschäft, die KfW-Stufe 1 nur Freiberufler und KMU nach Digitalisierungs-Check und das KfW-StartGeld nur kleine Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit höchstens fünf Jahre zurückliegt.
  • Ausnahmen übersehen. Standard-Webshops sind in Bayern ausgenommen; wer nur eine Shopvorlage einrichtet, hat dort keine förderfähigen Ausgaben.
  • Zuschüsse frei addieren. Für ein Projekt lassen sich mehrere Förderungen kombinieren; das KMU.DIGITAL-Modul Umsetzung verlangt dabei, dass nicht mehr als 100 Prozent der entstandenen Kosten durch Förderungen finanziert werden. Eine De-minimis-Beihilfe dürfen Sie mit anderen staatlichen Beihilfen für dieselben beihilfefähigen Kosten nur bis zur höchsten einschlägigen Beihilfeintensität oder dem höchsten einschlägigen Beihilfebetrag kumulieren, und der Höchstbetrag von 300.000 Euro in drei Jahren gilt je einzigem Unternehmen und je Mitgliedstaat.

So gehen Sie vor

  1. Teilen Sie das Vorhaben in Blöcke: Beratung, Software und Anbindung, Finanzierung. Markieren Sie, ab wann Sie Kosten auslösen dürfen: in Bayern ab der Eingangsbestätigung, bei der SFG ab dem Anrechnungsstichtag.
  2. Prüfen Sie zuerst die Programme des Bundes: BAFA und KfW in Deutschland, aws in Österreich, Innosuisse und die Bürgschaftsgenossenschaften in der Schweiz.
  3. Prüfen Sie danach Land oder Kanton, etwa Digitalbonus.Bayern, die SFG oder die kantonale Wirtschaftsförderung, und fragen Sie nach Kontingent und Stichtag.
  4. Stellen Sie den Antrag vollständig vor der Beauftragung; beim BAFA beginnen Sie die Beratung erst nach dem Informationsschreiben.
  5. Rechnen Sie nach der Zusage den Eigenanteil in die Gesamtkosten über drei Jahre ein und legen Sie Rechnungen und Zahlungsnachweise für die Abrechnung bereit.

Häufige Fragen

Zahlt mir ein Programm den Onlineshop?

In Österreich nannte KMU.DIGITAL im Modul Umsetzung den Aufbau eines Webshops als förderbares Projekt, mit maximal 30 Prozent der förderbaren Kosten bei einem Kostenkorridor von 2.000 bis 30.000 Euro (exklusive Umsatzsteuer) und höchstens 6.000 Euro je Förderschiene; das Budget der Periode 2024–2026 ist ausgeschöpft. Bayern nimmt Standard-Webshops, insbesondere Standard-Shop-Vorlagen, und Standard-Online-Marketing dagegen ausdrücklich aus; förderfähig sind dort insbesondere die Leistungen externer Anbieter für Entwicklung, Einführung oder Verbesserung betrieblicher Anwendungen und Prozesse, ein gewöhnlicher Shop aus einer Vorlage begründet dagegen keine förderfähigen Ausgaben.

Darf ich zwei Förderungen für dasselbe Projekt bekommen?

Nach Abschnitt 7.1 der KMU.DIGITAL-Richtlinie Modul Umsetzung können Sie in Österreich mehrere Förderungen für dasselbe Projekt in Anspruch nehmen; sie dürfen zusammen nicht mehr als 100 Prozent der entstandenen Kosten decken. Eine De-minimis-Beihilfe darf mit anderen staatlichen Beihilfen für dieselben beihilfefähigen Kosten nur kumuliert werden, solange die höchste einschlägige Beihilfeintensität oder der höchste einschlägige Beihilfebetrag aus einer Gruppenfreistellungsverordnung oder einem Beschluss der Kommission nicht überschritten wird (Art. 5 Abs. 3 der Verordnung (EU) 2023/2831). Rechnen Sie zusätzlich die De-minimis-Grenze von 300.000 Euro in drei Jahren je einzigem Unternehmen und je Mitgliedstaat ein und klären Sie die Kombination vorab mit der bewilligenden Stelle.

Wann muss der Antrag gestellt sein?

Bei BAFA, KfW, Digitalbonus.Bayern und der SFG vor dem Projektbeginn. In Bayern gilt eine Maßnahme als begonnen, sobald Sie eine rechtsverbindliche Bestellung auslösen oder einen Auftrag erteilen, auch mündlich; nach der Eingangsbestätigung per E-Mail dürfen Sie auf eigenes Risiko beginnen und Verträge abschließen. Beim BAFA dürfen Sie erst nach dem Informationsschreiben mit der Beratung beginnen. Nachträglich eingereichte Vorhaben sind von der Förderung ausgenommen.

Kann ich als Handelsbetrieb mit Onlineshop Förderung bekommen?

Das hängt am Programm, nicht an der Branche allein. Die steirische Aktion Lebens!Nah fördert Nahversorgungsbetriebe mit stationärem Geschäft und nimmt Handelsunternehmen ohne stationäres Geschäft aus; in Gewerbe und Handwerk, Einzelhandel und Dienstleistungen muss der Betrieb ein Kleinstbetrieb sein, als Kleinbetrieb sind nur die Lebensmittelbranchen Bäckerei, Fleischerei, Konditorei und Lebensmittelhandel mit Vollsortiment zugelassen. KMU.DIGITAL in Österreich nannte den Aufbau eines Webshops als förderbares Projekt, nimmt aber reine Digitalunternehmen aus und ist für die Periode 2024–2026 ausgeschöpft.

Was gilt in der Schweiz?

Die EU-De-minimis-Grenze gilt dort nicht. Der Innovationsscheck des Bundes finanziert Vorstudien mit einem Schweizer Forschungspartner mit bis zu 15.000 Franken und setzt eine neuartige Idee voraus. Die Bürgschaftsgenossenschaften bürgen für Bankkredite bis 1 Million Franken. Ob Ihr Kanton ein Zuschussprogramm führt, klären Sie bei der kantonalen Wirtschaftsförderung.

Quellen

  1. Förderung von Unternehmensberatungen für KMUBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) · abgerufen am
  2. Merkblatt Zuschuss, Zahlung und Zahlungsnachweis zum Programm Förderung von Unternehmensberatungen für KMUBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) · abgerufen am
  3. Merkblatt Antragsberechtigte KMU zum Programm Förderung von Unternehmensberatungen für KMUBundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) · abgerufen am
  4. ERP-Förderkredit Digitalisierung (511, 512)KfW · abgerufen am
  5. ERP-Gründerkredit – StartGeld (067)KfW · abgerufen am
  6. Merkblatt ERP-Gründerkredit StartGeld, Kredit Nr. 067, Stand 18.06.2026KfW · abgerufen am
  7. Merkblatt KMU-Definition, Formularnummer 600 000 0196, Stand 10/2025KfW · abgerufen am
  8. Digitalbonus.Bayern – FörderprogrammBayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie · abgerufen am
  9. Digitalbonus.Bayern – AntragstellungBayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie · abgerufen am
  10. KMU.DIGITAL – Digitalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus mit der Wirtschaftskammer ÖsterreichWirtschaftskammer Österreich · abgerufen am
  11. Richtlinie für eine KMU-Digitalisierungsförderung KMU.DIGITAL – Modul BeratungWirtschaftskammer Österreich, Mai 2024 · abgerufen am
  12. Richtlinie für eine KMU-Digitalisierungsförderung KMU.DIGITAL – Modul UmsetzungBundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, Mai 2024 · abgerufen am
  13. aws Digitalisierung – Überblick und spezielle KonditionenAustria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) · abgerufen am
  14. Lebens!Nah – NahversorgungSteirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (SFG) · abgerufen am
  15. InnovationsscheckInnosuisse, Schweizerische Agentur für Innovationsförderung · abgerufen am
  16. Bürgschaften für KMU: Zugang zu KapitalStaatssekretariat für Wirtschaft SECO, KMU-Portal · abgerufen am
  17. Angebote für KMUKanton Zürich, Volkswirtschaftsdirektion · abgerufen am
  18. Verordnung (EU) 2023/2831 der Kommission vom 13. Dezember 2023 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen, Amtsblatt L 2023/2831 vom 15. Dezember 2023, Art. 3 und Art. 5Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union · abgerufen am