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Punchout (E-Procurement)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Punchout ist ein Verfahren, bei dem ein Einkäufer den Katalog eines Lieferanten aus seinem Beschaffungssystem heraus öffnet, in der Oberfläche des Lieferanten auswählt und den Warenkorb als Bestellanforderung zurückgibt; das Browserfenster öffnet das Beschaffungssystem, im cXML-Ablauf meldet es die Sitzung dabei auf einem Konto des Lieferanten an. Die Bestellung entsteht erst nach der Freigabe im Kundensystem, die Übergabe selbst ist noch kein Auftrag. Zwei dokumentierte Formate sind cXML (Version 1.2.071 vom 14. August 2026) und OCI (Release 5.0).

Das Wichtigste

  • Punchout öffnet den Katalog des Lieferanten aus dem Beschaffungssystem heraus; das Beschaffungssystem öffnet das Browserfenster.
  • Im cXML-Ablauf schickt der Lieferant die Sitzungsadresse, und die Sitzung ist auf einem Konto des Lieferanten angemeldet.
  • Der Warenkorb geht als Bestellanforderung zurück; gebucht wird der Auftrag erst, wenn die Bestellung nach der Freigabe eingeht.
  • cXML beschreibt den Ablauf mit PunchOutSetupRequest, PunchOutSetupResponse und PunchOutOrderMessage.
  • OCI beschreibt den Aufruf, bei dem Katalogadresse und Aufrufparameter im Beschaffungssystem des Kunden hinterlegt sind; der Warenkorb kommt als HTML-Formular mit NEW_ITEM-Feldern zurück.
  • Die erneute Bearbeitung einer Bestellanforderung läuft als Punchout mit der Operation edit zurück in den Katalog (re-PunchOut).

Definition

Punchout ist ein Verfahren, bei dem eine bestellende Person den Katalog eines Lieferanten aus ihrem Beschaffungssystem heraus öffnet, in der Oberfläche des Lieferanten auswählt und den Warenkorb als Bestellanforderung an ihr Beschaffungssystem zurückgibt. Die Sitzung läuft in einem Browserfenster, das das Beschaffungssystem öffnet; im cXML-Ablauf ist es dabei auf einem Konto des Lieferanten angemeldet. Die Warenkorbdaten gehen erst beim Abschluss zurück.

Ablauf in fünf Schritten

  1. Anstoßen: Die bestellende Person wählt im Beschaffungssystem einen Punchout-Punkt. Das System sendet eine Anforderung an den Lieferanten oder einen Netzwerk-Hub und gibt die Sitzungsart mit: create, edit, inspect oder source.
  2. Öffnen: Im cXML-Ablauf schickt der Lieferant eine Adresse für die Sitzung zurück; das Beschaffungssystem des Kunden öffnet damit ein neues Browserfenster, das auf einem Konto des Lieferanten angemeldet ist. Dieses Konto kann auf Region, Firma, Abteilung oder Person zugeschnitten sein. Bei OCI stehen Katalogadresse und Aufrufparameter im Beschaffungssystem des Kunden, das das Fenster öffnet und schließt; Anmeldeparameter gehen nur mit, wenn der Katalog sie verlangt.
  3. Auswählen: Die bestellende Person wählt im Katalog des Lieferanten; je nach Produkt und Kunde zeigt das Lieferantensystem Preise, Bestände und Verfügbarkeiten in Echtzeit an, und die Preise können kundenbezogen sein (Abschnitte 5.2.2 und 5.1.2.1).
  4. Zurückgeben: Beim Abschluss rechnet der Lieferant Steuer, Fracht und kundenspezifische Rabatte ein und schickt den Warenkorb als HTML-Formular zurück, in cXML als PunchOutOrderMessage, in OCI als NEW_ITEM-Felder mit Positionsindex.
  5. Bestellen: Erst nach der Freigabe im Beschaffungssystem wird aus der Bestellanforderung eine Bestellung an den Lieferanten (Punchout und E-Procurement-Anbindung).

Beispiel

Ein Beispiel mit gewählten Zahlen: Ein Einkäufer legt sechs Positionen mit zwölf Stück in den Warenkorb und übergibt ihn; das ist zunächst ein Angebot des Lieferanten über diese Positionen, noch keine Bestellung. Die Freigabe erfolgt zwei Tage später; erst dann sendet das Beschaffungssystem die Bestellung, und der Lieferant bucht den Auftrag.

Standardgrundlage

Den Ablauf beschreiben zwei Spezifikationen: cXML beschreibt die Sitzung mit den Dokumenten PunchOutSetupRequest, PunchOutSetupResponse und PunchOutOrderMessage (Version 1.2.071, Stand 14. August 2026), OCI (Open Catalog Interface) den Aufruf des Katalogs aus dem Beschaffungssystem des Kunden und die Rückgabe als Formular (Release 5.0, Stand 4. Oktober 2012). Verbindlich werden sie durch die Vorgabe des Beschaffungssystems des Kunden und die Vereinbarung der Parteien.

Nicht zu verwechseln mit

  • cXML: das XML-Austauschformat, in dem die Sitzungsdokumente aufgebaut und übertragen werden; Punchout ist der Vorgang, den es beschreibt.
  • OCI: die dokumentierte Katalog-Schnittstelle, bei der Katalogadresse und Aufrufparameter im Beschaffungssystem des Kunden hinterlegt sind; die Rückgabe kommt als HTML-Formular mit NEW_ITEM-Feldern.
  • PunchOut Index Catalog: eine Datei mit Einträgen, die je auf die Katalogseite des Lieferanten zeigen (cXML, Abschnitt 5.3.1); sie ersetzt den Aufruf nicht.

Häufige Fragen

Ist die Punchout-Übergabe schon eine Bestellung?

Nein. Die Spezifikation hält fest, dass der Lieferant zu diesem Zeitpunkt noch keine Bestellung erhalten hat und den Vorgang deshalb nicht buchen kann; was bei Ihnen ankommt, ist ein Angebot über die gewählten Positionen. Buchen Sie den Auftrag erst, wenn die Bestellung eingeht.

Wann genügt eine Katalogdatei statt einer Punchout-Anbindung?

Wenn der Kunde die Produkte in seinem eigenen Beschaffungssystem sucht und dort bestellt. Der cXML-Leitfaden nennt statische Kataloginhalte wie Index- oder Contract-Dokumente als Alternative zu Punchout (Abschnitt 5.1.1.1); der Einkauf sucht dann im eigenen Beschaffungssystem.

Woran erkenne ich, welches Format das Beschaffungssystem des Kunden verlangt?

Am System des Kunden, nicht an Ihrer Shop-Version. OCI ist ein dokumentiertes Format, bei dem Katalogadresse und Aufrufparameter im Beschaffungssystem des Kunden hinterlegt sind; cXML verwenden Beschaffungsanwendungen und Netzwerke, die den cXML-Profile-Austausch unterstützen (cXML, Kapitel 4). Lassen Sie sich vor der Einrichtung nennen, welches Format und welche Feldbelegung der Kunde erwartet.

Kann der Kunde eine übergebene Bestellanforderung noch ändern?

Ja, sofern Sie die Bearbeitung zulassen. Sein System öffnet Ihren Katalog dann erneut (in cXML mit der Operation edit) und schickt den Warenkorb zurück. Mengenänderungen können Steuer und Fracht verändern, deshalb rechnet der Katalog nach; ändern Sie Positionen nicht im Beschaffungssystem des Kunden.

Quellen

  1. cXML Reference Guide, Version 1.2.071 vom 14. August 2026, Kapitel 5 PunchOut Transaction (5.1 bis 5.3.2)SAP SE (cXML-Spezifikation, cxml.org) · abgerufen am
  2. SAP Open Catalog Interface (OCI), Release 5.0, SAP Online Help, 4. Oktober 2012 (Kapitel 2 Calling Up the Catalog, Kapitel 3 Return from Catalog, Kapitel 4 Handling of the Browser Window)SAP AG · abgerufen am