Shop-Ausfall: Monitoring und Notfallplan
Kurz gesagt
Ob Sie einen Ausfall bemerken, hängt an der Messung: feste Messpunkte, ein Verfügbarkeitswert über einen Bezugszeitraum und eine Alarmschwelle, die eine benannte Person erreicht. Bleibt die Ursache zunächst unklar, greift das Runbook mit Rollen, Sofortmaßnahmen, Eskalation und Wiederanlauf. Alle Zahlen in diesem Artikel sind redaktionelle Beispielwerte.
Das Wichtigste
- Messpunkte getrennt prüfen: Startseite, Produktseite, Warenkorb, Bezahlvorgang, Warenwirtschaft, Versandlabel und E-Mail-Versand.
- Als sicher gelten nach RFC 9110 Abschnitt 9.2.1 GET, HEAD, OPTIONS und TRACE: Der Client verlangt und erwartet durch sie keine Zustandsänderung am Server. Nebenwirkungen der Umsetzung, etwa Einträge im Zugriffsprotokoll, sind damit nicht ausgeschlossen.
- Verfügbarkeit je Messpunkt = erfolgreiche Prüfungen ÷ geplante Prüfungen × 100, in Prozent.
- 5xx zeigt an, dass der Server weiß, dass er geirrt hat, oder die angeforderte Methode nicht ausführen kann, 4xx, dass der Client geirrt zu haben scheint. Ein 404 heißt, dass keine aktuelle Darstellung der Adresse gefunden wurde oder ihre Existenz nicht offengelegt wird, und sagt nicht, ob der Zustand vorübergehend oder dauerhaft ist (RFC 9110 Abschnitt 15.5 mit 15.5.5 und 15.6).
- BSI-Standard 200-4 (Version 1.0, Mai 2023; Empfehlung, keine Rechtsvorschrift) fordert in Kapitel 5.2.1 eine festgelegte Erreichbarkeit der Meldestellen auch außerhalb der Geschäftszeiten.
- Zielgrößen der Planung: maximal tolerierbare Ausfallzeit, geforderte Wiederanlaufzeit und maximal zulässiger Datenverlust (BSI-Standard 200-4, Kapitel 7).
Ein Ausfall muss sich nicht an der Startseite zeigen: Sie kann noch aus einem Zwischenspeicher antworten, während der Bezahlvorgang längst fehlschlägt. Der eigene Browseraufruf zeigt einen Messpunkt, nicht den Weg bis zur Bestellung. Die folgenden sieben Schritte bauen die Überwachung auf und halten fest, was im Ausfall zu tun ist.
Was Sie vorab brauchen
- eine Liste der Vorgänge, ohne die Ihr Shop nicht verkauft: Produktseite, Warenkorb, Bezahlvorgang, Übergabe an die Warenwirtschaft, Versandlabel, E-Mail-Versand
- je Vorgang eine Adresse, die von außen erreichbar ist, deren Antwort eindeutig ist und die in festem Abstand von außerhalb Ihres Netzes geprüft wird
- zwei Zielwerte: wie lange ein Vorgang höchstens ausfallen darf und wie alt Ihre Daten nach einer Wiederherstellung sein dürfen
- Namen, Rufnummern und Wege der Personen und Dienstleister, die eingreifen können
- einen Ort, an dem Runbook und Kontaktliste auch ohne den Shop lesbar sind
Schritt für Schritt: Ausfall erkennen und behandeln
Schritt 1: Messpunkte festlegen
Ein Messpunkt ist eine Adresse, deren Antwort Sie ohne Zweifel als “arbeitet” oder “arbeitet nicht” lesen können. Prüfen Sie nicht die Startseite allein, sondern jeden Schritt bis zum Kaufabschluss.
| Messpunkt | Prüfung | Erwartete Antwort |
|---|---|---|
| Startseite und Kategorieseite | GET auf die Adresse | Status 200 |
| Produktseite eines aktiven Artikels | GET auf die Adresse | Status 200 und Artikelnummer im Inhalt |
| Warenkorb | GET auf die Warenkorbseite | Status 200 |
| Bezahlvorgang | GET auf die Checkout-Seite | Weiterleitung zum Zahlungsdienst |
| Zahlungsdienst | GET auf die Weiterleitungsadresse | Antwort ohne Fehlerseite |
| Warenwirtschaft | GET auf die Statusadresse | Status 200 innerhalb Ihrer Zeitgrenze |
| Versandlabel | GET auf die Statusseite des Dienstes | Status 200 |
| E-Mail-Versand | Testnachricht an eine fremde Adresse | zugestellt innerhalb Ihrer Zeitgrenze |
Für automatische Prüfungen eignen sich die Methoden, die RFC 9110 Abschnitt 9.2.1 als sicher definiert: GET, HEAD, OPTIONS und TRACE. Sicher heißt dort, dass der Client durch die Methode keine Zustandsänderung am Server verlangt und keine erwartet; Nebenwirkungen der Umsetzung schließt die Definition nicht aus, denn die Vorschrift nennt Einträge im Zugriffsprotokoll selbst als Beispiel und erwartet von einer sicheren Methode auch keine geringe Last. Eine Prüfung mit POST auf die Bestellfunktion kann dagegen Bestellungen erzeugen. Ist eine Adresse so gebaut, dass ein Parameter in ihr eine Aktion auswählt (etwa “seite?aktion=loeschen”), liegt es nach derselben Vorschrift beim Betreiber der Ressource, diese Aktion für eine sichere Methode zu sperren. Ergebnis: eine Liste mit Adresse, Methode, erwarteter Antwort und verantwortlicher Person je Messpunkt.
Schritt 2: Messabstand und Verfügbarkeitswert festlegen
Zu jedem Messpunkt gehören der Abstand zwischen zwei Prüfungen und der Bezugszeitraum, über den Sie den Wert bilden:
Verfügbarkeit = erfolgreiche Prüfungen ÷ geplante Prüfungen × 100, in Prozent.
Beispielrechnung: Eine Prüfung alle fünf Minuten ergibt 8.640 Prüfungen in 30 Tagen. Fallen davon 12 aus, liegt der Wert bei 8.628 ÷ 8.640 × 100, also 99,86 Prozent. Der Abstand bestimmt auch die Erkennungszeit: fünf Minuten Abstand und ein Alarm nach zwei Fehlversuchen ergeben bis zu zehn Minuten Verzögerung.
Ein Wert von 99,9 Prozent an der Startseite sagt nichts über den Bezahlvorgang; führen Sie den Wert deshalb je Messpunkt. Vor Wartungsarbeiten legen Sie fest, wie Sie das Fenster behandeln: Nach RFC 9110 Abschnitt 15.6.4 darf ein Server mit 503 auch geplante Wartung anzeigen; ob das Fenster in den Wert eingeht und der Alarm stumm bleibt, halten Sie in der Liste der Messpunkte fest.
Schritt 3: Alarmstufen und Schwellen festlegen
Ein Alarmwert braucht die gemessene Größe, das Zeitfenster und die Zahl, ab der gemeldet wird. Die Tabelle ist eine Arbeitsvorlage mit redaktionellen Beispielwerten; die für diesen Artikel geöffneten Quellen (BSI-Standard 200-4, NIST SP 800-61r3, RFC 9110) nennen keine solche Schwelle.
| Kennzahl | Messung und Zeitfenster | Beispielwert | Stufe | Erste Reaktion |
|---|---|---|---|---|
| Fehlgeschlagene Prüfung | Fehlversuche je Messpunkt in Folge | 2 | Warnung | Messpunkt und Statuscode nachsehen |
| Ausfall eines Messpunkts | Antwort weicht von der erwarteten Antwort ab: 5xx, Zeitüberschreitung oder Abbruch der Verbindung | 1 | kritisch | Betrieb des Systems oder Dienstes klären |
| Unerwartete 4xx-Antwort auf einem Verkaufsmesspunkt | erwartete Antwort 200 oder Weiterleitung, geantwortet wird 4xx | 1 | kritisch | Prüfadresse und geprüfte Route prüfen, dann Betrieb klären |
| Antwortzeit | Mittelwert je Messpunkt über 15 Minuten | über 3 Sekunden | Warnung | Lastspitzen prüfen |
| Verfügbarkeit | je Messpunkt über 24 Stunden | unter 99,5 Prozent | kritisch | Ursache und Dauer festhalten |
| Bezahlvorgang | Checkout-Weiterleitung, alle 5 Minuten | 1 Fehlversuch | kritisch | Zahlungsdienst und Shop-Konfiguration klären |
| Eingehende Bestellungen | Vergleich mit dem Normalwert im gleichen Zeitfenster | deutliche Abweichung nach unten | kritisch | Übergabe an die Warenwirtschaft prüfen |
| Stille Quelle | Minuten seit der letzten Meldung eines Messpunkts | über 15 | kritisch | Prüfung selbst prüfen |
Nicht jede Fehlerantwort ist ein Ausfall, und die Statusklasse allein legt die Alarmstufe nicht fest. Ein 4xx zeigt nach RFC 9110 Abschnitt 15.5 an, dass der Client geirrt zu haben scheint; ein 404 heißt nach Abschnitt 15.5.5, dass der Ursprungsserver keine aktuelle Darstellung der angesprochenen Adresse gefunden hat oder ihre Existenz nicht offenlegen will, und der Code sagt nicht, ob dieser Zustand vorübergehend oder dauerhaft ist. Steht in Ihrer Messpunktliste Status 200 als erwartete Antwort und kommt ein 404, ist das eine Abweichung von der erwarteten Antwort, deren Ursache auf beiden Seiten liegen kann: Die Prüfadresse selbst wurde entfernt oder umbenannt, die geprüfte Darstellung fehlt (etwa weil eine Produktseite gelöscht oder eine Bezahlroute geändert wurde), oder der Server will sie nicht zeigen. Klären Sie die Ursache, statt den 404 der Prüfung zuzuschreiben. Ein 5xx heißt nach Abschnitt 15.6, dass der Server weiß, dass er geirrt hat, oder die angeforderte Methode nicht ausführen kann; alarmieren Sie darauf, auf Zeitüberschreitungen und auf abgebrochene Verbindungen. Die Stufe richten Sie am betroffenen Vorgang aus, nicht an der Statusklasse: Ein 404 auf der Checkout-Seite ist ein Ausfall des Bezahlvorgangs, ein 404 auf einer Adresse ohne Verkaufsfunktion eine Warnung. Wie Sie Lastspitzen vorbereiten, steht in Lastspitzen im Shop.
Schritt 4: Alarmkontaktliste schreiben
Ein Alarm erreicht sein Ziel erst, wenn er bei einer Person ankommt, die handeln darf. Der BSI-Standard 200-4 (Version 1.0, Mai 2023) verlangt in Kapitel 5.2.1, dass festgelegt wird, wie die Meldestellen innerhalb und außerhalb der Geschäftszeiten erreichbar sind und dass sie im Notfallhandbuch stehen. Der Baustein DER.2.1.A3 (Edition 2023) verlangt aktuelle, leicht zugängliche Kontaktinformationen, DER.2.1.A20 sieht bei erhöhtem Schutzbedarf Meldungen auch außerhalb der Arbeitszeiten vor. Beide BSI-Dokumente sind Empfehlungen und binden nur, wenn Gesetz oder Vertrag auf sie verweisen.
| Rolle | Wen rufen | Weg | Zeitfenster | Stellvertretung |
|---|---|---|---|---|
| Shopbetrieb | verantwortliche Person im Betrieb | Mobiltelefon | 24 Stunden | zweite Person im Betrieb |
| Serverbetrieb | Technik des Hosters | Notrufnummer aus dem Vertrag | laut Vertrag | Vertragsadresse per E-Mail |
| Shopsoftware | Ansprechperson der Betreuung | Telefon | laut Vereinbarung | Stellvertretung der Betreuung |
| Zahlungsdienst | technischer Support | Telefon | laut Vertrag | zweiter Ansprechweg des Dienstes |
| Warenwirtschaft | interne Betreuung oder Dienstleister | Telefon | Geschäftszeiten | Stellvertretung |
| Versandlabel | technischer Support des Dienstes | Telefon | laut Vertrag | Vertragsadresse per E-Mail |
| Domain und Namensauflösung | Vertragspartner für die Domain | Telefon | Geschäftszeiten | Konto-Zugang an zweiter Stelle |
Tragen Sie die Tabelle nicht nur in einem System, das mit dem Shop ausfällt: Der BSI-Standard 200-4 verlangt in Kapitel 4.4, dass alle im Notfall benötigten Dokumente verfügbar sind. Halten Sie eine gedruckte Fassung im Betrieb und bei der nachts erreichbaren Person; Ihre Nummern kommen aus den Verträgen.
Schritt 5: Runbook aufbauen
Das Runbook ist die Fassung Ihres Notfallplans für den Shop: eine Mappe oder Datei, die eine eingewiesene Person nach dem Alarm von oben nach unten abarbeitet. Der Baustein DER.4.A1 (Edition 2023) nennt die Inhalte eines Notfallhandbuchs: Rollen, Sofortmaßnahmen, Alarmierung und Eskalation sowie Kommunikations-, Geschäftsfortführungs-, Wiederanlauf- und Wiederherstellungspläne.
| Abschnitt | Inhalt | Wer pflegt |
|---|---|---|
| 1 Messpunkte und Alarme | Messpunkte, Prüfabstand, Bezugszeitraum, Schwellen | Shopbetrieb |
| 2 Rollen und Erreichbarkeit | Alarmkontaktliste, Stellvertretungen, Zeitfenster | Betriebsleitung |
| 3 Auslöser und Einstufung | welche Messung welche Stufe auslöst, wer entscheidet | Betriebsleitung |
| 4 Sofortmaßnahmen | erste Handlungen, etwa Bestellannahme anhalten, Hinweis auf der Startseite, Weiterleitungen prüfen | Shopbetrieb |
| 5 Eskalation und Auskunft | wer informiert wen, wer nach außen sprechen darf | Betriebsleitung |
| 6 Wiederanlauf | Reihenfolge, Zielwerte, Prüfschritte vor der Freigabe | Shopbetrieb und Technik |
| 7 Wiederherstellung | Weg zurück aus der Sicherung, wer ihn freigibt | Technik oder Dienstleister |
| 8 Nachbereitung | Erkennungszeit, Behebungszeit, Maßnahmen mit Termin | Betriebsleitung |
| 9 Anhänge | Kontaktliste, Zugangswege, Vertragsnummern, Ersatzteile | Betriebsleitung |
Zwei Punkte gehören hinein. Erstens die Befugnisse: Nach NIST SP 800-61r3 (April 2025), Abschnitt 2.3, nennt eine Richtlinie neben Rollen und Verantwortlichkeiten die Befugnis, Systeme abzuschalten, und Leistungskennzahlen. Zweitens der Alarmierungspfad: Nach BSI-Standard 200-4, Kapitel 5.2.3, regelt er, wer durch wen alarmiert wird und welche Angaben die Meldung enthält.
Als Zielwerte brauchen Sie drei Kenngrößen aus Kapitel 7 des BSI-Standards 200-4: die maximal tolerierbare Ausfallzeit (MTPD), die Wiederanlaufzeit (RTO) und den zulässigen Datenverlust (RPO). Die RTO muss kürzer sein als die Ausfallzeit, der zulässige Datenverlust ergibt den Sicherungszyklus. Zum Aufbau: Backup und Wiederherstellung für Shops.
Schritt 6: Alarm und Alarmierung üben
Stellen Sie jede Alarmstufe einmal absichtlich her: Schalten Sie eine Prüfung ab und sehen Sie, ob der Alarm für die stille Quelle kommt; rufen Sie eine Adresse ab, die mit 404 antwortet, und prüfen Sie, dass der Alarm die Abweichung von der erwarteten Antwort meldet, statt sie der Prüfung zuzuschreiben. Der Baustein DER.4.A10 (Edition 2023) sieht bei erhöhtem Schutzbedarf vor, Sofortmaßnahmen und Notfallpläne regelmäßig und anlassbezogen zu testen und die Übungen in einem Übungsplan festzuhalten.
Für den Alarmweg sieht der BSI-Standard 200-4, Kapitel 13.8, die Alarmierungsübung vor: Technikorientierte Tests prüfen die Kommunikationsmittel, anwendungsorientierte Übungen die Erreichbarkeit der Rolleninhabenden und ihrer Stellvertretungen, beides auf Basis eines Alarmierungspfads mit aktuellen Kontaktdaten. Der Standard nennt als Beispielziel, dass 30 Minuten nach der ersten Meldung alle Rolleninhabenden den Alarm bestätigt haben, und empfiehlt unangekündigte Übungen, bei Erreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten auch nachts. Über einen festgelegten Zeitraum sollten alle Alarmierungswege getestet und die Reaktionszeiten dokumentiert werden; DER.2.1.A22 (Edition 2023) ergänzt bei erhöhtem Schutzbedarf die Messgröße “Zeit von der Erstmeldung bis zur verbindlichen Bestätigung”.
Schritt 7: Nach dem Ausfall nachziehen
Notieren Sie nach jedem Ausfall fünf Zeitpunkte: Beginn des Ausfalls, Eingang des Alarms, Beginn der Bearbeitung, Wiederanlauf, Alter der eingespielten Daten. Nach DER.2.1.A17 (Edition 2023) soll die Nachbereitung untersuchen, wie schnell erkannt und behoben wurde, ob die Meldewege funktionierten und ob die Detektion wirksam war.
Vergleichen Sie die Messwerte mit den Zielwerten aus Kapitel 7 des BSI-Standards 200-4. War der Alarm zu spät, verkürzen Sie den Prüfabstand oder senken Sie die Zahl der Fehlversuche; erreichte er die falsche Person, ändern Sie die Kontaktliste. Der Standard verlangt außerdem, die Nacharbeiten zu regeln: alles, was im Notbetrieb liegen blieb, und nachgeholt werden muss.
So prüfen Sie das Ergebnis
- Jeder Messpunkt nennt Adresse, Methode, erwartete Antwort, Prüfabstand, Bezugszeitraum und eine verantwortliche Person.
- Ihre Prüfadressen sind so gebaut, dass ein GET nur liest und weder eine Bestellung noch eine schreibende Aktion auslöst.
- Der Alarmweg erreicht außerhalb der Geschäftszeiten eine Person, die handeln darf, und die Kontaktliste liegt außerhalb des Shops.
- Jede Alarmstufe wurde einmal absichtlich ausgelöst und hat den vorgesehenen Empfänger erreicht.
- Der Verfügbarkeitswert wird je Messpunkt geführt, nicht als eine Zahl für den ganzen Shop.
- Für jeden kritischen Vorgang sind maximal tolerierbare Ausfallzeit, Wiederanlaufzeit und zulässiger Datenverlust notiert.
Wenn etwas nicht klappt
| Fehlerbild | Mögliche Ursache | Behebung |
|---|---|---|
| Kein Alarm, obwohl der Shop nicht erreichbar war | Der Alarm endet in einem Postfach oder Dienst, der mit dem Shop ausfällt | zweiten Weg außerhalb der überwachten Systeme einrichten und mit einem Testereignis prüfen |
| Alarm bei jedem Update | Die Prüfung läuft in ein Wartungsfenster; 503 darf nach RFC 9110 Abschnitt 15.6.4 auch geplante Wartung anzeigen | Wartung vorab eintragen, Fenster in der Messung kennzeichnen, Alarm dafür stumm schalten |
| Alarm, obwohl der Shop läuft | Die feste Prüfadresse wurde entfernt oder umbenannt; ein 404 heißt nach RFC 9110 Abschnitt 15.5.5, dass keine aktuelle Darstellung gefunden wurde oder ihre Existenz nicht offengelegt wird | Prüfadresse festlegen und ihre erwartete Antwort dokumentieren |
| Verfügbarkeit hoch, Kundschaft meldet trotzdem Fehler | Messpunkte enden vor dem Bezahlvorgang, oder die Prüfung trifft nur einen von mehreren Wegen | Messpunkte bis in den Bezahlvorgang führen und Zahlungs- und Warenwirtschaftssystem getrennt prüfen |
| Prüfung erzeugt Last oder Bestellungen | Für die Prüfung wurde eine unsichere Methode verwendet, oder die Adresse löst über einen Parameter eine Aktion aus | GET oder HEAD einsetzen und die Prüfadresse so bauen, dass ein GET nur liest (RFC 9110 Abschnitt 9.2.1) |
| Der Alarm erreicht niemanden | Nummern sind veraltet oder eine Stellvertretung fehlt | Alarmierungsübung mit Zeitmessung abhalten und die Kontaktdaten danach aktualisieren |
| Nach dem Ausfall bleibt die Ursache unklar | Aufzeichnungen wurden überschrieben, bevor sie gesichert waren | Daten sichern, die Aufschluss über Art und Ursache geben, bevor die Komponenten wieder in Betrieb genommen werden (DER.2.1.A6) |
Kommt keine Bestellung mehr, meldet das kein Statuscode: Vergleichen Sie die eingehenden Bestellungen mit dem Normalwert für dasselbe Zeitfenster. Wie Sie hängende Vorgänge finden, steht in Hängende Bestellungen finden, und wie Übergaben abgeglichen werden, in Fehler bei der Datensynchronisation.
Wann Sie Hilfe holen sollten
Betreiben Sie den Shop nicht selbst, klären Sie den Eskalationsweg, bevor Sie ihn brauchen: Welche Nummer gilt außerhalb der Geschäftszeiten, welche Reaktionszeit ist zugesagt, wer darf eingreifen? Der IT-Grundschutz-Baustein DER.4.A16 (Edition 2023) sieht bei erhöhtem Schutzbedarf vor, das Notfallmanagement der liefernden Stelle in den Verträgen zu prüfen und Abläufe in Notfalltests abzustimmen. Holen Sie Unterstützung, wenn beteiligte Systeme von anderen betrieben werden oder wenn der letzte Ausfall keine Ursache ergeben hat.
Für den Grundschutz führt Shop-Sicherheit: Grundschutz-Checkliste weiter, für geplante Änderungen Updates und Wartung des Shopsystems. Dieser Artikel beschreibt den technischen und organisatorischen Ablauf; Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen sind nicht sein Gegenstand. Was für Ihren Betrieb gilt, hängt an den Regeln Ihres Landes, siehe NIS2 und Cyber Resilience Act.